Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Freitag, 30. Juli 2010

Endlich eigene Wohnung!

...der Anruf auf den wir gewartet haben, kam zwar nicht, aber jetzt haben wir trotzdem eine Wohnung. Wir hatten zuerst eine mit 3 Schlafzimmern im Blick, aber bei der wurde die Miete über Nacht einfach 1000 RS (ca. 400 €) teurer gemacht. Wir sind zwar Europäer, aber deswegen noch lange keine Rockefeller... :) Jetzt haben wir fast diegleiche Wohnung, aber nur mit 2 Schlafzimmern. Cathleeni hat ein Zimmer für sich und Vanessa und ich teilen das größere Schlafzimmer.
Auf den Fotos könnt ihr Küche, Wohnzimmer, Bad und unser Schlafzimmer sehen. Wir haben sogar einen Fernseher und eine Stereo-Anlage, diesen Luxus habe ich nicht mal in Bremen. :) Am liebsten mag ich das grüne Sofa im Wohnzimmer, aber eine Hängematte brauche ich unbedingt auch noch. Ich weiß nicht ob man das auf den Fotos sieht, aber hier sind immer so Haken in den Wänden für Hängematten und da das bei Lucas auch so bequem war, möchte ich hier auch noch eine.

So, aber was ist in den letzten Tagen noch so passiert? Montag eigentlich nichts Spannendes mehr. Ich hab abends noch einen Film mit Lucas und Augusto geschaut bzw. es versucht. Ich bin nach den ersten 5 Minuten eingeschlafen und beim Abspann wieder aufgewacht...typisch. Lucas und ich haben dann noch ewig geredet, ich war ja dann wieder munter, und den nächsten Tag geplant, aber davon ist natürlich wieder einmal nichts eingetreten. Daran muss man sich hier wirklich gewöhnen, nichts, aber auch wirklich gar nichts passiert so wie man es plant. Pläne schmieden ist eigentlich schon verschwendete Zeit...
Dienstag waren wir dann wieder einmal beim International Office um 2 Unterlagen abzuholen. Mit denen mussten wir dann durch die halbe Stadt zu einem anderen Campus um uns immatrikulieren zu lassen. Dort mussten wir dann wieder ewig warten, Formulare ausfüllen, die wir eigentlich schon in Deutschland und nochmal hier im International Office ausgefüllt haben und eine hundertste Kopie von unserem Reisepass / Visa abgeben. Am Ende haben wir dann dort unsere Matrikelnummer bekommen, mit der wir wieder zum International Office mussten...sooo nervig. Zum Glück hatten wir die ganze Zeit Fábio, der uns mit dem Auto immer hin und her gefahren hat. Im IO wurde dann nur eine Kopie von der Matrikelnummer gemacht und das war's. Eigentlich wollten wir dann auch noch einen Studentenausweis beantragen, aber da war um 2 natürlich niemand mehr da. Mit dem Studentenausweis kann man für nur 90ct Bus fahren und ohne kostet uns jede Fahrt 1,80RS, was man immer passend dabei haben sollte. Ich glaub das nervt mich jetzt schon...ich will mein schönes BSAG-Semesterticket. :-) Gegen 3 hat Fábio uns dann alle zu Hause abgesetzt und das war bisher das Ende der Behördengänge.
Ich hab mich dann kurz entschlossen noch in ein Shopping Center zu gehen bevor es dunkel wird, aber so toll war es irgendwie nicht.
Lucas ist Mitglied bei AIESEC (irgendeine Studentenorganisation, die u.a. Praktika vermittelt) und abends hat er gefragt ob ich mit ihm, einem Engländer, Argentinier und Italiener (so habe ich es verstanden) noch Tapioca essen gehen will und da habe ich natürlich nicht nein gesagt. Tapiocas (Bild) kann man so ein ganz kleines bisschen mit Crepes vergleichen, aber auch nicht wirklich, weil sie aus dem Tapiokamehl gemacht werden. Tapiocas gibt es auch mit allen möglichen Sachen gefüllt...sehr lecker! Wir wurden dann von 4 Mädels abgeholt und sind relativ lange gefahren, angeblich zu dem Platz wo man die besten Tapioca essen kann und als wir dann dort ankamen, war ich echt ein bisschen überfordert. Von wegen 3 Leute...da waren so ca. 25 aus allen verschiedenen Ländern und alle dachten ich wäre eine neue Praktikantin in Brasilien. Demnach musste ich ca. 25mal "Nice to meet you sagen" und 50 Wangenküsse (einen pro Seite) verteilen. Das war echt ein bisschen zu viel. Ich hab mich so richtig wie bei einem Au Pair Meeting in New York gefühlt, das lief auch immer so ähnlich ab. Aber am Ende war es wirklich witzig, ich habe schließlich eine Menge Leute kennengelernt und sehr interessante Sachen erfahren. Ich weiß nicht ob ich das bei dem letzten Post schon geschrieben habe, aber letztes Wochenende war hier ja "Fortal" (Karneval außerhalb der Saison) und wir haben tatsächlich kurz überlegt dahin zu gehen. Eine Österreicherin hat mir dann mal erzählt wie es da abläuft: "Du kommst dahin und findest alles komisch, nach einer Stunde schaust du dir die Männer schon genauer an und nach 3 Stunden bist du so betrunken, dass du dich einfach von jedem küssen lässt." Oha! Ich hab sie dann mal gefragt von wievielen sie sich denn küssen lassen hat, aber das wusste sie nicht mehr... Ich war Lucas einfach nur sooooo dankbar, dass wir da nicht hingegangen sind.
Mittwochmorgen haben Vanessa und ich Kaution für die Wohnung bezahlt und danach sind wir an den Strand gegangen. Cathleeni hat irgendwie Sushi vom Vortag nicht ganz vertragen und ist lieber im Bett geblieben. Am Strand war es auch eigentlich kaum aushaltbar, sodass wir eine laaaange Mittagspause gemacht haben und später noch eine laaaange Eispause bei Mc Donalds. Mc Donalds bietet hier richtig viele verschiedene Eissorten an. Es gibt sogar einen separaten Eisstand, sollte es in Deutschland auch geben. Ich hab dann Vani noch nach Hause gebracht und noch meinen 20 Minuten Spaziergang zu den Jungs gemacht.
Donnerstagmittag haben Lucas und ich etwas bei dem Self-Service Restaurant um die Ecke geholt und mit Augusto gegessen und halb 2 wollten wir eigentlich die Mädels abholen und umziehen, aber das wurde dann halb 3, weil ihm eingefallen ist, dass er erstmal noch ein bisschen schlafen muss... Dann sind wir losgefahren zu dritt und mit meiner großen Tasche in einem ich würde sagen Ford Fiesta, aber es war kein Ford Fiesta, aber von der Größe her kommt es hin :) um die Mädels abzuholen. Nach ewigem quetschen und umkoordinieren hat dann aber tatsächlich alles ins Auto gepasst und wir konnten zusammen losfahren. Witzig war nur, dass unsere neue Wohnung wirklich nur eine Parallelstraße weg war... Ich glaub die Jungs fanden das nicht so witzig. In der Wohnung hat mein Bett gefehlt, was sie mir dann irgendwie noch eben zusammengebaut haben, aber ansonsten war alles bestens. Die Jungs haben uns dann noch angeboten mit uns zum Supermarkt zu fahren, was natürlich super war. Auf dem Weg dahin haben wir noch eben 2 Schlüssel für weniger als 3€ nachmachen lassen...der Lacher.
Abends waren wir wieder mal auf dem Markt am Beira Mar und nach unserem Willkommen-Caipirinha sind wir schlafen gegangen.
Am nächsten Morgen hatten wir direkt "Post" hinter der Tür liegen. Eine Einladung von unseren männlichen, spanischen Nachbarn zu einer Bootstour/-party...sehr nett von ihnen, aber nein danke!
Wir waren dann nochmal einkaufen, weil es mit den Jungs doch ein wenig stressig war, und bei der Bank, mittags haben wir zum ersten mal gekocht und später waren wir nochmal im Aldeota Shopping-Center, wo ich letztens schon war. Ich glaube ich werde hier nie alleine kochen können, wir haben nur einen Gasherd und den anzuzünden ist nichts für mich. Bisher hat Vani das immer übernommen. Und einen Wasserkocher vermisse ich auch jetzt schon. Bis das Wasser hier kocht, können schon mal 30 Minuten vergehen und woher soll ich denn wissen ob ich in 30 Minuten einen Tee möchte oder nicht? :-) Ich hab mir sogar meinen grünen Tee mitgebracht, aber irgendwie schmeckt der total anders mit dem Wasser von hier. Also ab jetzt wird wohl jeden morgen ein Glas Wasser getrunken und kein Tee mehr... Ihr glaubt auch nicht was wir witziges in dem Shopping Center gefunden haben...eine Unterhose mit gepolsterten, vorgeformten Po. Das wär eigentlich ein Foto wert gewesen, aber aus Sicherheitsgründen hatten wir unsere Kamera noch nie dabei. Und dann waren wir in einem Laden, wo wir dachten er wär zweistöckig, also sind wir mit unseren Sachen, die wir kaufen wollten nach oben gefahren und schwups waren wir draußen aus dem Laden. Klauen in Brasilien ist also richtig einfach... Nee, nee wir sind natürlich gleich wieder nach unten gegangen und haben bezahlt. Dann gab es für die anderen beiden noch ein Eis und ich habe mal einen brasilianischen Crepe probiert. Die kommen hier am Stil, aber sind mindestens genau so lecker.
Gestern Abend wollten wir dann eigentlich zum ersten Mal weggehen, aber das hat leider nicht so wirklich geklappt. Cathleeni kennt noch von ihrem Au Pair Jahr eine von hier und die hat sie dann angerufen und ausgemacht, dass Gabi (so heißt sie) halb 11 zu uns kommt und noch 2 Freundinnen mitbringt. Halb 11 war sonst immer so die Zeit, wo wir alle schon todmüde zu nichts mehr in der Lage waren, naja... Gegen 11 waren die drei dann auch bei uns und es war wirklich witzig. Um 12 sind wir dann losgefahren zum Mucuripe, der wohl größte Club hier in Fortaleza. Schon als wir angekommen sind, haben wir eine total lange Schlange gesehen (WiWiJura oder MB nichts dagegen), na ja wir haben uns angestellt und gewartet und gewartet und gewartet... Aufgefallen ist uns dabei, dass Brasilianerinnen wirklich sehr hübsch sind, aber auch alle sehr klein. Alle haben cm-hohe Absätze getragen, wobei wir mit unseren flachen Schuhen (alles andere ist zu unbequem und damit kann man auch nicht wegrennen) schon sehr aufgefallen sind. Na ja gegen halb 2 hatten wir dann aber wirklich keine Lust mehr zu warten, der Eintritt wär auch teuer gewesen und da drin wär es sicher auch richtig voll gewesen, so dass wir uns gegen weggehen entschieden haben. Die anderen Mädels hatten anscheinend auch nicht mehr so viel Lust, so dass sie uns sogar nach Hause gefahren haben. Gabi ist dann so 2 Blocks bei uns vorbei gefahren und wir meinten, dass wir zurück laufen könnten, aber was war die Antwort? "Nein, das ist zu gefährlich!" Na dann...
So, das war wieder eine Menge... Ab Montag wird es ernst, ich bin gespannt!

Sonntag, 25. Juli 2010

Bem-vindos ao Brasil

So ihr lieben Daheimgebliebenen oder irgendwo-anders-auf-der-Welt-Verstreuten,

auf Grund der hohen Nachfrage nach einem neuen Blog ist dieser hier nun endlich online.

Ich bin am Mittwochabend nach meiner 23stündigen Reise gut hier in Fortaleza angekommen. Schon die ersten Stunden auf diesem für mich neuen Kontinent waren äußerst interessant. Als Cathleen, Hannah, Vanessa und ich (wir haben uns alle in Frankfurt getroffen und sind dann zusammen geflogen) in Salvador bei der Einreisekontrolle gewartet haben, haben wir beobachtet wie aus irgendeinem Flugzeug (zum Glück nicht unserem) das Gepäck einfach die Treppe runter geworfen wurde...alles klar. Dann wollten wir zur Begrüßung einen Caipirinha trinken und sind zu dem Food Court auf dem Flughafen gegangen und was ist passiert? Obwohl das da fast alles nur Fastfood Ketten waren, sind die "Kellner" auf uns zugeströmt mit ihren Karten in der Hand. Damit waren wir richtig überfordert und ich wär am liebsten direkt wieder gegangen und hätte auf den Caipi verzichtet, aber wir haben uns dann einfach hingesetzt und uns Zeit gelassen, da wir ja dann alle Karten auf dem Tisch liegen hatten :-)

Auf dem Flug von Salvador nach Fortaleza waren wir nur noch müde und haben eigentlich die ganze Zeit geschlafen. In Fortaleza wurde es dann nochmal spannend ob das Gepäck angekommen ist oder nicht, aber war es zum Glück. Lucas hat dann auch schon auf mich gewartet und als ich ihn gesehen habe, sind erstmal alle Anspannungen von mir geflogen. Lucas war ein Jahr in Bremen, daher kenn ich ihn, und bis jetzt wohn ich auch noch bei ihm, in seiner 4er Männer WG. Wir waren dann auch direkt nach dem Flughafen noch in einem Supermarkt und ich durfte zu meiner Überraschung feststellen, dass die gar nicht so anders sind als zu Hause. Dann bin ich aber nur noch ins Bett gefallen und es ist nichts mehr passiert.

Am nächsten Morgen hab ich sogar mein deutschlandtypisches Frühstück bekommen...Jogurt mit Banane. :-) Zum Mittag war ich dann mit Lucas und seiner Mama in so einem typischen Selbstbedienungsrestaurant und alle haben mich angeschaut als hätte ich Schokolade im Gesicht, aber ich glaube daran muss ich mich einfach gewöhnen. So ein Restaurant kann man sich eigentlich wie ein großes Buffett vorstellen, wo man nimmt was man mag und am Ende wird pro 100g bezahlt. Dann hat Daniel mich abgeholt (bei Daniel wohnen im Moment Vanessa und Cathleen) und wir sind zum International Office an der Uni gefahren um so ein paar Sachen zu erledigen. Dort haben wir dann Fabio getroffen. Fabio kannten wir vorher noch nicht, aber er wurde vom International Office vermittelt und hat uns bisher bei allen wichtigen Sachen geholfen. Dummerweise durfte ich dann nicht ins International Office, weil meine Hose zu kurz war. Da hab ich echt gestaunt, ich mein wo sind wir denn in Brasilien oder wo? Naja, demnach hatte sich die Sache dann für mich erledigt, aber es gab auch nichts Wichtiges, uns wurde nur gesagt was wir noch alles erledigen müssen. Das Erste war Fotos machen. Total witzig, damit hat natürlich niemand von uns gerechnet und so sah dann auch das Ergebnis aus! :-)

Die Fotos haben wir in einem Shopping Center machen lassen, dass gleich in der Nähe von der Uni ist. Auf dem Weg dorthin standen so 10 Menschen mit großen Flaggen an einer Kreuzung und Fabio hat uns dann aufgeklärt, dass im Oktober Wahlen sind und die eben Werbung machen...jetzt schon. Den Sinn versteh ich nicht so ganz, aber okay. Es fahren auch die ganze Zeit Autos durch die Straßen mit Boxen auf dem Dach und verbreiten "gute Stimmung" für die jeweilige Partei.

Nachdem wir die Fotos machen lassen haben sind wir zum ersten Mal mit dem Bus gefahren. Man muss dazu sagen, dass es hier weder einen Busplan noch ein richtiges Netz gibt, also ich freu mich schon, wenn ich dann irgendwann allein los muss. Hier ist es so, dass man hinten im Bus einsteigt und dann noch durch so eine Art Drehkreuz geht und da bezahlt. Sodass man dann vorn dem Busfahrer bescheid geben kann, wann man aussteigen will. Der Bus hält nämlich nicht an jeder Haltestelle, man muss ihn richtig auffällig ranwinken, sonst fährt er vorbei und ist weg...das kann nur abenteuerlich werden...

Wir wollten dann noch zum Amt und unsere "CPF" Nummer abholen, aber da war schon zu. So richtig weiß ich immernoch nicht wofür die Nummer ist, aber wir brauchen sie auf jeden Fall für die Immatrikulation hier. Da wir dann für den ersten Tag nix mehr vorhatten, sind wir erstmal zum Strand gelaufen. Das war sooo super schön und das Wasser ist so angenehm. Wir sind dort auf einem Steg ziemlich weit raus gelaufen und da hab ich dann erstmal realisiert wie groß Fortaleza mit seinen ca 2,5 Millionen Einwohnern doch überhaupt ist! Ich weiß wirklich nicht wie ich mich jemals in dieser Stadt zurecht finden soll. In New York gab es wenigstens noch ein System, aber davon kann man hier nicht gerade sprechen... Wir sind dann noch an der Strandpromenade lang gelaufen. Da ist abends immer richtig viel los. Ganz viele nutzen die angenehmen 26 Grad um zu joggen, andere shoppen auf dem Markt, der da jeden Tag ist oder man läuft einfach nur umher.

Leider wird es hier auch schon um 6 dunkel, also sind wir dann mit dem Taxi nach Hause gefahren. Ich war dann später noch mit Lucas, seinem Mitbewohner Augosto und seiner Mama zu einem Pizza Rodizio. Ein Rodizio ist hier so etwas wie All you can eat. Man bezahlt einen bestimmten Preis und Kellner laufen dann die ganze Zeit umher und bringen dir neue Sachen. Das war auf jeden Fall auch echt nett und ich hab zum ersten Mal eine süße Pizza gegessen...eine mit Schokolade...yummie!

Am nächsten Tag, also Freitag, sind Lucas und ich um 7 aufgestanden um dann direkt Vanessa, Cathleen und Fabio abzuholen, damit wir wieder zu diesem Amt konnten. Das ging auch eigentlich alles recht fix, bis auf bei Cathleen. Ihre zuständige Beamtin wollte ihr keine Nummer geben, also haben wir uns für sie nochmal angestellt und mussten über eine Stunde warten bis sie dann bei einem anderen Beamten war und auch die Nummer bekommen hat. So was würde es in Deutschland wahrscheinlich nie geben, aber willkommen in Brasilien. :-)

Danach sind wir mit einiger Verspätung zur Polizei gefahren um uns registrieren zu lassen. Dort haben wir sage und schreibe mit allem drum und dran 3 Stunden verbracht. Erst mussten wir ewig warten und dann waren die Polizisten auch nicht unbedingt die schnellsten. Unsere Fingerabdrücke haben sie mit Stempelkissen genommen, das ging natürlich richtig gut wieder ab... Am Ende haben wir dort so einen vorübergehenden Ausweis (Papierschnipsel trifft es wahrscheinlich besser) bekommen, der richtige wird uns in 6(!) Monaten zugeschickt.

So, jetzt hat uns der Weg wieder zur Uni bzw. erstmal zu dem Shopping Center geführt. Wir hatten Hunger und haben ganz exotisch bei Mc Donalds gegessen. :-) Danach haben wir uns noch eine Sim Karte besorgt und nun sind wir zumindest wieder erreichbar.

Nun hatten wir also Fotos und die CPF-Nummer und konnten wieder zum International Office um unsere Immatrikulation ein wenig voran zu treiben. Heute hatte ich auch vorgesorgt und mir vorsichtshalber eine Leggings mitgenommen, es gab dann auch keine Probleme. Daniel, so heißt der im International Office, war auch richtig nett und spricht sogar ein wenig Deutsch und gutes Englisch. Englisch ist nämlich definitiv nicht normal hier, ich hab noch niemanden getroffen, der das wirklich gut spricht. Wir haben dann gleich noch unsere Kurse gewählt und müssen nun am Dienstag hoffentlich zum letzten Mal hin.

Danach war der Tag auch eigentlich schon vorbei und wir sind dann nur noch Richtung Strand gefahren, haben dort noch etwas getrunken und wollten dann noch zu einem Supermarkt, aber das war dann irgendwie mehr ein Tante-Emma Laden und wir haben nicht gefunden was wir wollten. Also sind wir nach knapp 12 Stunden Wege erledigen wieder alle nach Hause gefahren.

Lucas und Augusto wollten gerade aufbrechen um am Strand joggen zu gehen, also bin ich einfach nochmal mitgefahren und war dann mit seiner Mama wieder auf dem Steg und ein Agua de Coco trinken. Das gibt es hier an jeder Ecke, allerdings weiß ich immernoch nicht ganz sicher was das ist. Angeblich ja eine Kokosnuss, aber die sehen bei uns ja doch ein bisschen anders aus. Auf jeden Fall kann man die für weniger als einen Euro kaufen, sie wird aufgemacht und dann bekommt man einen Strohhalm und trinkt das (Foto). Für mich haben sie die "Coco" dann auch aufgemacht, so dass ich das Fruchtfleisch essen konnte. Das war zwar weiß, aber total glibbrig, also auch nicht unbedingt wie eine Kokosnuss. Keine Ahnung...

Am Samstag hieß es dann erstmal ausschlafen und direkt danach zum Strand fahren. Wie immer in typischer Besatzung Lucas, seine Mama, Augusto und ich. Bevor wir aber zum Strand gefahren sind, haben wir noch am Supermarkt angehalten und Bier gekauft. Dann konnte es endlich losgehen zum Porto das Dunas etwas außerhalb von Fortaleza. Die Strände hier sind wirklich traumhaft. Ich hatte leider keine Kamera mit, aber es war super. Also erstmal sind wir noch so 20 Minuten am Strand langspaziert und sind dann nicht direkt zum Meer gegangen sondern zu so einer Art See, also das war natürlich auch Meerwasser, aber abgegrenzt eben. Dort saßen wir dann tatsächlich über 3 Stunden am Stück im Wassser und haben Bier getrunken. Also ich hatte nur eins, sonst wär das nicht gut gegangen in der prallen Sonne, aber das war echt lecker. "Primus" heißt das und das Rezept stammt aus der berühmten Region in Deutschland "Hallertau". Hat irgendjemand schon mal etwas davon gehört? Also ich nicht, aber so stand es auf der Dose. :-) So sieht das also in Brasilien aus, wenn man den Tag am Strand verbringt...dabei hatte ich mir doch extra ein Buch mitgenommen :-) Es war aber trotzdem echt nett, auch wenn ich leider kaum ein Wort verstehe, wenn sich Brasilianer unterhalten. Das ist wirklich schrecklich, aber ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass das noch besser wird... Zu Hause haben wir dann was gegessen...Überraschung Reis mit Bohnen... und viel mehr ist Samstag eigentlich nicht mehr passiert.

Am Sonntag war auch ein richtiger Gammeltag. Lucas Mama ist wieder nach Sao Paulo geflogen, d.h. das ich jetzt mit den 4 Jungs allein bin. Lucas und ich sind zum Supermarkt gefahren und ich hab wieder einmal festgestellt, dass es hier so ziemlich alles wichtige gibt, was es zu Hause auch gibt zum Beispiel Nutella. :-) Nachmittags hab ich mich dann zum ersten Mal allein auf die Straße getraut, irgendwann ist ja bekanntich immer das erste Mal. Ich bin mir ein Zimmer bei einer Familie anschauen gegangen. Die Mama war auch echt nett und hat mir eine Stunde lange irgendwelche Sachen erzählt, wo ich schon wieder die Hälfte nicht verstanden habe, aber das Zimmer war irgendwie gar nicht toll und ist nur absolute Notlösung. Dann bin ich halb im Dunkeln wieder nach Hause gelaufen und Augusto wollte gerade wieder joggen gehen und hat gefragt ob ich mitkomme. Also sind wir mit dem Motorrad zum Strand gefahren...toll! Als ich ihm dann gezeigt habe, wo ich mir das Zimmer angeschaut habe, meinte er nur "Bist du verrückt? Hier ist es gefährlich!" Ja toll, woher soll ich das denn wissen... Naja, er ist dann laufen gegangen und ich hab mir ein Eis gegönnt, bin am Beira Mar (Strandpromenade) langspaziert und habe festgestellt, dass es da sogar richtig tolle Sachen gibt. Wir haben dann noch zusammen ein Agua de Coco getrunken und sind wieder zurück gefahren. Er hat mir noch den Fischermarkt und andere gefährliche Stellen gezeigt... auch wenn wir uns kaum unterhalten können doch sehr nett.

Heute Morgen hieß es dann wieder früh aufstehen und auf Wohnungssuche gehen. Das war vielleicht ein Akt. Ganz viele vermieten nicht für ein halbes Jahr, sondern nur für ein ganzes, und andere sind total teuer, weil gerade Saison ist. Ein Ergebnis gibt es noch nicht, aber hoffentlich noch im Laufe des Tages...wir warten auf den Anruf.

So, das war jetzt eine Menge, aber ich hoffe ich konnte ein paar von meinen ersten Eindrücken nach Hause schicken!

Bis bald!