Aaalso, dann mal los.
Letzten Dienstag waren wir abends mal wieder bei einem Rodizio (All you can eat). Eigentlich hatten wir Mädels geplant mit Italo (Foto unten) zu einem Pizza Rodizio zu gehen, aber Pläne machen halt hier bekanntlich nur wenig Sinn. Am Ende waren wir bei einem Alles-Mögliche-Rodizio und mit noch 7 anderen. Es war mal wieder total lecker, wobei man bei diesem System doch ein wenig gestresst wird. Aller 2 Minuten kommt ein Kellner mit irgendwelchen Leckereien an und will sie dir andrehen. Ich bin dann natürlich auch immer so, dass ich nix verpassen will, also sag ich meistens ja und schon ist der Teller voll, man will ja aber auch das Nächste nicht verpassen, also schnell essen. Süße Pizza gab es auch wieder…ein Traum schlechthin! Der eine Thiago (von dem ich schon mal irgendwann geschrieben hab) war auch wieder mit dabei und der hat seinen Freund Douglas mitgebracht und mit ihm und seinen Freunden haben wir dann irgendwie die ganzen nächsten Tage verbracht. Zum Beispiel Mittwoch…
Mittwoch war „Dia do Estudante“ (Tag der Studenten) und mal wieder frei. Douglas und Thiago haben uns abgeholt und wir sind zusammen noch Cumbuco (ca. 40km entfernt von hier) gefahren. Dort waren Italo und die anderen am letzten Wochenende, also wollten wir da natürlich auch mal hin. Cumbuco ist bekannt für seine endlos weiten Sanddünen und die wollten wir natürlich auch sehen. Wir haben dann noch Peter und Strauss (Freund von Douglas und Thiago, so heißt er wirklich) abgeholt und sind zum Strand gefahren. Da ging es wie immer in eine Strandbar und wir haben etwas getrunken. Vani und ich sind dann ein wenig am Strand langspaziert, während die anderen im Wasser waren und dann urplötzlich wollten die Brasilianer aufbrechen. Wir Deutschen haben das nicht so ganz verstanden, weil wir die Dünen gar nicht gesehen haben, aber Strauss hat da ganz in der Nähe ein Strandhaus und da wollten die Jungs dann hin. Na gut… Das Haus war echt riesig und, ganz wichtig, mit Pool. Am Anfang wusste wieder mal keiner so richtig, was genau jetzt der Plan ist (->Brasilianer sind gaaanz schlecht im Ansagen machen), aber nachdem die anderen dann essen holen wollten und nur mit Bier wiederkamen, haben auch wir gepeilt, dass wir wohl den restlichen Tag im Pool verbringen werden. 
Donnerstag war dann wieder Uni und Douglas hat gefragt ob wir mit ihm und einem Freund abends Krebs essen gehen wollen, ganz in der Nähe der Uni. Ich hatte abends Unterricht, von daher hat sich das ganz gut angeboten, aber Lust hatte ich dann irgendwie doch nicht und hab ihm eigentlich abgesagt, aber dann stand er doch irgendwie mit der einen Französin Hélène vor der Uni und hat mich abgeholt. Naja, was solls. Am Ende waren da wieder total viele, von wegen er wollte mit einem (!) Freund essen gehen. Ich weiß nicht ob da einfach so große Kommunikationsschwierigkeiten bestehen oder ob das einfach brasilianische Art ist. Jetzt bin ich auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher: Krebs essen! „Erst musste du die Beine abmachen, dann draufhämmern, auszutschen, dann irgendwann (nach einer gefühlten Ewigkeit) kannst du den Kopf essen. Da was abbrechen, hier die „Scheiße“ abkratzen und dann da wieder auszutschen, vielleicht vorher noch einmal draufhämmern und ganz am Schluss, wenn du alle Aufgaben gemeistert hast, kannst du dir eine Art Sauce in den Kopf füllen und das trinken…“ Geschätzte Dauer: 2 Stunden! Also das war wirklich lecker, aber eine riesige Sauerei und Popelei. Danach dachte ich fahren wir nach Hause, aber nein, nein, dann kam das richtige Essen, also Reis, Fleisch und so weiter. Immer wieder für eine Überraschung gut die Brasilianer. Und die ganze Zeit am Bier trinken. Soll mir mal einer erzählen, dass wir deutschen viel Bier trinken. Ich wage zu behaupten, dass Brasilianer mehr trinken! Na ja, irgendwann gegen 1 war ich dann auch zu Hause und wieder ein schöner Abend vorbei.
Freitag haben wir ja bekanntlich auch frei und da unsere Wohnung unbedingt mal geputzt werden musste, sind wir an den Strand gegangen und haben der Putzfrau mal freie Bahn gelassen. Am Strand haben wir es nur leider nicht lange ausgehalten, weil es wieder so windig war, also nach Hause, Geld holen und ab zu Mc Donalds Eis essen. Abends war „geplant“ zu einem Unifest zu gehen. Wir haben uns alle 3 eigentlich echt gefreut und als wir ankamen, waren die anderen (Italo, Peter, Hélène, Barbara…) schon da und meinten schon, dass nix los ist. Es war eigentlich nur eine total kleine Veranstaltung mit ein wenig Live Musik, aber es gab noch nicht einmal Getränke. Also haben wir uns Bier im Supermarkt geholt und sind wieder zurück gegangen, dummerweise durfte man da gar nicht trinken… Naja, Reinfall schlechthin. Wir haben dann noch eine neue brasilianische Süßigkeit „Churro“ probiert. Das ist so eine Art frittierter Teig mit Füllung (Schokolade oder so süße Milch), sehr lecker und für ca. 40ct auch erschwinglich. Danach ging es noch in eine Bar, ganz in der Nähe der Uni und was gab es da? Richtig, Bier! Ich kann es nicht mehr sehen… Die anderen sind dann noch weiter gezogen, aber da es schon halb 11 war und man eigentlich nicht so spät mit dem Bus fahren sollte, haben wir uns lieber verabschiedet. Haben aber auch festgestellt, dass es um die Zeit, zumindest in der Gegend eigentlich nicht so gefährlich scheint.
Samstag haben wir uns dann zum großen Stadtrundgang im Zentrum getroffen. Der Weg dorthin war schon sehr abenteuerlich. Erst kam unser Bus ewig nicht, dann ka
m er doch irgendwann und wir haben gefragt ob er da hält wo wir hin wollten – natürlich nicht - also wieder abspringen und auf den nächsten warten. Eigentlich waren wir dann eine gute halbe Stunde zu spät, aber zum Glück sind hier ja alle so, also alles bestens. Barbara hat uns (Peter, Hélène, 2 anderen deutschen und uns) dann ein bisschen rumgeführt. Sie studiert Geschichte und wusste wirklich viel, das war echt gut. Also angefangen haben wir am „Praça do Ferreira“, dem zentralen Marktplatz. Von dort aus ging es durch mehrere kleine Gassen voll mit Geschäften und Straßenständen zum „Theatro José de Alencar“, ein sehr schönes kleines Theater, wo ich unbedingt auch mal noch hin muss, aber das lohnt sich erst, wenn ich hier ein bisschen mehr verstehe. Vor dem Theater war dann auch der „Praça José de Alencar“. Eigentlich ein kleiner Park, aber auch vollgestopft mit Menschen, die irgendwie ihren letzten Gerümpel loswerden wollten. Wir sind dann an einer recht großen Menschentraube vorbei gekommen und waren natürlich neugierig…dort hat ein Mann Kokosnüsse mit der Hand aufgeschlagen. Das wir dann allerdings da standen war für die Zuschauer mindestens genauso spannend, wie der Mann… Cathleen und Peter wurden sogar von ihm mit Handschlag begrüßt. Danach haben wir am alten Bahnhof „João Felipe“ eine Pause gemacht und „Pó de Guaraná“ probiert. Was genau das allerdings ist, kann ich nicht so genau sagen (vielleicht hat Esther ja wieder eine Erklärung). Die packen da irgendwelches Pulver und Nüsse und Eis in den Mixer und das Ergebnis ist einfach nur lecker. Nach der Stärkung ging es dann weiter zum „Passeio Publico“, einem weiteren Park, zur Kathedrale (Foto), die glaub ich einfach nur „Kathedrale“ heißt und zum „Mercado Central“, einem gro
ßen, mehrstöckigen und überdachten Markt. Den Sonnenuntergang haben wir uns dann an dem Steg angeschaut, wo ich auch schon mit Vani war, nur leider war das Licht nicht sooo schön. Den Tag haben wir dann im „Dragão do Mar“, dem Kneipenviertel, ausklingen lassen. Die anderen sind wieder noch weiter gezogen, aber in der Nähe der Uni und da das für uns ein sinnloser Umweg gewesen wär, haben wir uns nach Hause bringen lassen. Ganz spontan hat dann Douglas angerufen und er, seine Freundin, Emanuel, Strauss und Klaus sind dann noch mit Cachaça bei uns vorbei gekommen und wir haben zusammen in Klaus‘ Geburtstag reingefeiert. Eine sehr lustige spontane Aktion.
Sonntag war dann Klaus‘ Party bei Strauss im Strandhaus. Wir wurden um 10 abgeholt und waren ca. gegen 12 da. Insgesamt waren dort so ca. 25 Leute, mal wieder ein witziger Haufen. Wir wollten eigentlich einen Kuchen kaufen und den mitbringen, aber dann wurden wir eines besseren belehrt, dass man das hier wohl nicht macht, na gut. Es gab Caipirinhas, Würstchen und Fleisch zur Begrüßung, danach eine kleine Pool Pause und dann wollt ich eigentlich mit Vani Fußi spielen, aber wir sind natürlich nicht lang allein geblieben. Am Ende haben waren wir zu 14. und haben Deutschland gegen Brasilien gespielt mit Cathleeni im Tor, mir im offensiven Mittelfeld und Vani in der rechten Abwehr! Sehr, sehr witzig! Nach der zweiten Pool Pause, gab es wieder Essen und danach waren wir eigentlich nur noch müde und hätten wir gekonnt, wären wir nach Hause gegangen, aber das ging eben nicht. Wir haben dann noch ewig rumgelungert, vor lauter Langeweile haben wir uns sogar „Forro“ beibringen lassen. Das ist eine typische Musikrichtung von hier zu der man meistens zu zweit tanzt. Irgendwann war es dann schon so weit, dass alle weg waren, außer uns. Wir waren tatsächlich die letzten und sind mit welchen mitgefahren, die uns noch nicht mal wirklich vorgestellt wurden. Irgendwo sind wir dann auf ein Grundstück eingebogen und wussten natürlich wieder gar nicht was los ist (wie gesagt mit Ansagen haben die es hier nicht so): Autowechsel stand an, dann sind wir losgefahren und haben hinter dem Tor wieder angehalten: es ist noch einer zugestiegen… Na ja, am Ende waren wir um 10 zu Hause und hatten doch einen tollen Sonntag.
Montagabend war ich mit Vani wieder einmal auf dem Markt, bei uns um die Ecke, am Strand. Dienstagabend hatte ich Uni. Und gestern waren Cathleen und ich (Vani hatte Uni) mit Douglas und Thiago wieder beim „Mercado Central“. Douglas wollte noch ein paar Mitbringsel kaufen, da die beiden ja nächste Woche nach Gießen fliegen und da ein Semester studieren, und brauchte deutsche Unterstützung. Dieser Markt ist echt der Wahnsinn, allerdings gibt es dort in fast jedem Laden das gleiche, also wie die davon leben können, weiß ich auch nicht. Danach sind wir noch zu so einer Eisladen-Kette am Strand gegangen, der Name ist mir leider gerade entfallen. Dort gibt es auf jeden Fall 50 Sorten Eis, zum Beispiel Bier, Caipirinha oder „irgendwas“, und jede davon kann man probieren bevor man sich entscheidet. Ich hatte coconut chocolate chip und „irgendwas“, danach kann man sich selbst noch so viel Soße draufmachen, wie man mag…sehr lecker.
Diese Woche war dann also die erste Woche, die wir komplett Uni hatten und so langsam merken wir, dass wir mal was tun sollten, aber jetzt kommt erst mal wieder das Wochenende und da haben wir definitiv keine Zeit…
Das nächste Mal wird’s nicht sooo viel! =)
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