Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Dienstag, 7. September 2010

Jericoacoara - Erlebnis & Entspannung

Am Freitag war es endlich so weit: Vani und ich haben das erste lange Wochenende genutzt und sind auf unsere erste Reise hier in Brasilien gegangen. Ziel: das circa 350 Kilometer entfernte Jericoacoara, laut Washington Post einer der zehn schönsten Strände der Welt.
Freitagmorgen gegen 9 haben wir uns auf den Weg zum Rodoviaria gemacht. Ein Rodoviaria ist ein Busbahnhof, den es in jeder größeren Stadt gibt und von wo aus man auch eigentlich überall hingelangt. Dort angekommen wurden wir schon von den anderen erwartet. Zu den anderen gehören Peter (München), Bernd, Christoph, Cindy, Manuel, Mareike, Mirko und Moritz (Köln) und Daniel aus Fortaleza. Wir waren also eine große, deutschsprachige Tourigruppe ^^. Wir mussten dann noch ein bisschen auf den Bus warten, aber als er endlich kam, war ich wirklich begeistert. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet, denn warum sollten Reisebusse viel besser sein als normale, und am Ende war es der bequemste Bus, mit dem ich jemals gereist bin. Nach einer circa 5 stündigen Fahrt durch das Hinterland von Ceará (Bundesstaat) sind wir in Jijoca angekommen und dort mussten wir in einen kleineren Bus mit Allradantrieb umsteigen, da keine geteerten Straßen nach Jericoacoara führen, sondern nur Sandwege. Also sind wir schon fast bei Sonnenuntergang am Strand entlang und durch die Dünenlandschaft gefahren - traumhaft. Schon da wusste ich, dass was auch immer uns erwartet, es einfach toll sein muss. In Jericoacoara angekommen, war es fast schon dunkel, aber der Ort schien schon auf den ersten Blick total gemütlich zu sein. Es gibt dort keine geteerten Straßen, überall ist richtig feiner Sand, sogar in manchen Geschäften, wie in einem großen Sandkasten. Wir sind dann allerdings erstmal alle zu unseren Hostels gegangen (Cindy, Peter, Manuel, Mareike und Daniel waren in einem anderen als die Jungs und wir). Das Hostel war auch total super, das Zimmer vielleicht ein bisschen zu klein, aber wir waren ja auch nur zum Schlafen dort und dafür gab es beim Frühstück (was auch super lecker war) einen schönen Blick zum Meer und zur Düne.
Ein bisschen später haben wir uns dann alle wieder getroffen und sind ein wenig durch den Ort gelaufen. Gegessen haben wir bei einem Italiener und danach sind wir noch zum Strand gegangen. Dort waren jeden Abend ganz viele kleine Cocktail-Stände aufgebaut. Die Cocktails waren richtig lecker, wurden immer mit frischen Früchten bereitet und waren super günstig. An dem Abend zum Beispiel haben wir 9 Caipi für R$ 20, also circa für 8,50 Euro bekommen. Mit unseren Getränken ausgestattet haben wir uns dann in den Sand gesetzt und die Sterne beobachtet. Die waren wirklich so nah, als hätte man sie anfassen können und ich hab sogar 2 Sternschnuppen gesehen. Danach wollten wir eigentlich noch zu einer „Aftersun Party“, aber da waren kaum Leute und dann war uns das irgendwie doch nichts.
Samstagmorgen haben Vani und ich erstmal ausgiebig mit den Jungs gefrühstückt und danach haben wir uns mit den anderen am Strand getroffen. Ich muss ehrlich zugeben, ich war anfangs ein bisschen enttäuscht von dem Strand, wenn es einer der tollsten sein sollte, aber Vani und ich sind dann noch ein wenig spazieren gegangen und wurden belohnt mit menschenleeren und kilometerlangen Traumstränden, da wir aber noch zu einem Fels – Pedra Furada – wollten, den man vorher auf jedem Foto gesehen hat, sind wir relativ schnell wieder zurück gegangen. Gegen 2 sind wir also alle zusammen aufgebrochen um den Fels zu suchen. Nachdem wir ca. 20 Minuten mit extremem Gegenwind den Strand weiter entlang gelaufen sind, standen wir vor einem recht steilen Berg, der zu erklimmen war. Hier haben Cindy und Mareike sich dann schon verabschiedet und sind umgedreht. Es war auch wirklich kein Zuckerschlecken dort hoch zu kommen. Der ganze Weg war feiner und heißer Sand, das heißt Flipflops mussten an bleiben, sind aber immer im Sand stecken geblieben. Hier hab ich dann zum ersten Mal gemerkt, dass ich eindeutig die falschen Schuhe anhabe, es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich das festgestellt habe… Oben angekommen wurden wir allerdings mit einer traumhaften Aussicht belohnt: weit und breit nur Sanddünen, das Meer und Felsen…toll. Allerdings noch keine Spur von dem Fels mit Loch. Also sind wir weiter gelaufen, nach einer Weile auf und ab, haben uns dann auch Moritz und Mirko verlassen und sind umgedreht. Als wir in einem Kakteenwald angekommen sind, haben wir Peter und Manuel verloren, weil sie zu viele Fotos gemacht haben. Also blieben nur noch Vani, Bernd, Christoph, Daniel und ich. Wir hatten keinen Schluck Wasser mehr und der Weg schien kein Ende zu nehmen. Es ging weiter auf und ab, über Stock und Stein, und nach jeder Düne stieg die Hoffnung, dass dahinter der Fels auf uns wartet…leider nicht. Irgendwann wollten wir dann auch umdrehen, aber wir haben mitten im Nirgendwo einen Kitesurfer getroffen, der uns gesagt hat, dass wir gleich da sind. Na ok! Das letzte Stück wollten wir dann direkt am Strand lang laufen, aber da waren natürlich auch Felsen, es wurde immer abenteuerlicher, als wir da dann auch noch irgendwie mit unseren Flipflops langgeklettert sind, aber wir sollten belohnt werden. Nach einer ca. 2 stündigen Wanderung hatten wir den Fels endlich erreicht. Und wer war auch da? Peter und Manuel…sie haben wohl eine Abkürzung gefunden…na toll! Nachdem die üblichen Beweisfotos geschossen wurden und wir die Aussicht noch ein wenig genossen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht, aber die Abkürzung! Die Abkürzung führte tatsächlich innerhalb von 20 Minuten, direkt und ohne Auf und Ab nach Jeri zurück! Und wir haben uns schon gewundert, warum wir auf der anderen Strecke keine Menschenseele getroffen haben… Die Wanderung hat sich aber definitiv gelohnt, die Ausblicke waren einfach super schön.
Im Dorf angekommen sind wir wieder zum Strand gegangen um den berühmten Sonnenuntergang von der Pôr-de-Sol Düne zu schauen. Dort waren tatsächlich so viele Menschen, als wär das halbe Dorf versammelt und als die Sonne weg war, haben alle geklatscht…interessant! Danach gab es noch eine Capoeira Vorführung, die wir uns auch angeschaut haben. Capoeira ist ein sehr beliebter brasilianischer Kampftanz, den man teilweise auch in Deutschland lernen kann. Das war auch cool und hat so richtig das Urlaubsfeeling rüber geweckt. Abends haben wir bei einem Pizza Rodizio gegessen, was so schlecht war, wie noch nie, aber naja. Wir waren dann wieder bei den Cocktail Ständen und haben uns an ein Lagerfeuer am Strand gesetzt und die Kühle der Nacht genossen.
Am nächsten Morgen haben die Jungs uns verlassen, weil sie auf einem Geburtstag eingeladen waren. Die anderen haben Vani und ich nicht gefunden, also sind wir allein an den Strand gegangen und haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Gegen 4 sind wir dann ein bisschen schlenkern gegangen und haben uns im Café Brasil einen Sandwich gegönnt. Der war sooo lecker, da hat Lonely Planet wirklich eine gute Empfehlung abgegeben. Zum Sonnenuntergang sind wir mit ein paar süßen Leckereien wieder zum Strand gegangen und Capoeira haben wir uns auch wieder angeschaut. Dort haben wir dann auch die anderen getroffen, mit denen wir uns für später zum Essen verabredet haben. Nachdem wir ein bisschen geschaut haben, wo wir essen könnten, haben wir uns für Fisch entschieden. In dem Restaurant musste man sich zuerst den Fisch aussuchen, den man wollte und dann wurde er frisch gegrillt, es war lecker, aber ich hab schon besseres gegessen…vor allem an den Shrimps hat so ein bisschen Knoblauch gefehlt ^^.
Am letzten Tag, Montag, haben wir uns zusammen mit den anderen für eine Tour angemeldet. Los ging es morgens um 10 mit einem Pick Up. Wir Mädels durften zum Glück drin sitzen und die Jungs saßen auf der Ladefläche. Bevor wir aber überhaupt richtig los konnten, mussten wir erst mal tanken. Natürlich gibt es in Jeri keine Tankstelle, also sind wir von einem Haus zum anderen gefahren und haben dort nach Diesel gefragt…schon mal sehr interessant. Dann hat der Fahrer Diesel auftreiben können und als wir weiter fahren wollten, ist das Auto nicht mehr angesprungen. Also alle raus und die Jungs durften schieben und alle wieder rein. Das war echt der Lacher. War ja ganz witzig, dass es da nicht angesprungen ist, aber was machen wir bitte wenn es irgendwann später nicht mehr anspringt? Naja, erst mal egal und los. Es ging die ganze Zeit durch Dünen und am Strand entlang, ich hab keine Ahnung, wie der Fahrer den Weg gefunden hat, aber es hat funktioniert.
Der erste Stopp war an einem kleinen Tümpel, dort hätten wir für R$ 10 Boot fahren und Seepferdchen beobachten können, wollten wir aber nicht. Also sind wir weiter gefahren zu einer großen Düne und dort konnten wir dann Sandboarden – also so wie Snowboarden nur im Sand. Da hatte ich auch wirklich Lust zu, aber der Wind war so doll und hat mir die ganze Zeit Sand in die Augen geweht, dass ich verzichten musste. Die Jungs haben es alle probiert, aber keiner hat es geschafft. ^^ Nachdem wir eine weitere halbe Stunde gefahren sind, kam das nächste Highlight: eine Autofähre. Auf dem Foto könnte ihr so ein Ding sehen, um drauf zu kommen, wurden 2 Holzbretter als Rampe genutzt und dann nichts wie los. Das war echt ein Abenteuer. Auf der anderen Seite haben wir dann beobachtet wie ein Auto stecken geblieben ist und ein anderes krampfhaft versucht hat, es herauszuziehen... bis das Seil gerissen ist! Als nächstes hat es uns durch eine Art Wald geführt, wo die Wurzeln der Bäume vom Wasser schon komplett frei gespült wurden. Das war auch wieder so eng und sandig, dass man eigentlich die ganze Zeit mit der Angst leben musste selbst stecken zu bleiben. Als überraschend Gegenverkehr vor uns aufgetaucht ist, wusste unser Fahrer allerdings auch nicht so recht weiter, also mussten wir warten bis der andere zurück gefahren ist… Aber am Ende hat sich die ganze Fahrt wirklich gelohnt, denn wir sind an der Lagoa Torta, einer total schönen Lagune, raus gekommen. Eigentlich war die total verlassen, aber da waren so viele Menschen, das war fast schon wieder schade. Man konnte dort frischen Fisch essen und im Wasser in der Hängematte entspannen…sooo schön. Gegen 2 mussten wir uns dann leider wieder vom Paradies auf Erden verabschieden und zurück fahren, weil die Wellen stärker worden. Zum Glück ist der Motor beim ersten Mal angesprungen, schon mal eine Sorge weniger. Die Wellen waren wirklich schon höher und die Angst irgendwo stecken zu bleiben stieg. Wieder an der Autofähre angekommen, mussten wir richtig lange warten bis wir dran waren, das heißt uns blieb mehr Zeit alle anderen zu beobachten. Die Wellen waren stark und die Männer hatten echt zu kämpfen, die Autos wieder rüber zu kriegen. Naja irgendwann waren wir dann auch dran und auch fast am Ziel, aber dann wollte unser Fahrer dort nicht raus gelassen werden, weil andere Autos stecken geblieben sind. Also mussten die armen Fährmänner noch härter arbeiten und uns gegen die Strömung an eine andere Stelle bringen. Dort angekommen, wollten wir gerade von der Fähre runter fahren, als der Motor ausgegangen ist… Oh nein! Uns war glaub ich allen der Schock ins Gesicht geschrieben und der Fahrer ist ausgerastet, hat geschrien und auf das Lenkrad geschlagen. Er hat versucht das Auto wieder anzumachen, das erste Mal: ging nicht, das zweite Mal: ging! Oh man, das war vielleicht eine Schrecksekunde. Er ist dann auch nur noch von der Fähre runtergefahren und losgedüst. Dabei ist er wohl auch nicht ganz auf den Holzbrettern gefahren und hat den Hinterreifen irgendwie platt gekriegt. Es gab dann noch mehrere Momente wo wir uns nicht sicher waren, ob das Wasser jetzt schon zu tief oder der Weg zu schlammig war, aber am Ende sind wir gut wieder zu Hause angekommen. So ein Abenteuer…
Wieder im Dorf angekommen, haben uns die Jungs auch schon erwartet. Wir waren dann mal wieder Tapioka essen und am Strand zum letzten Mal den Sonnenuntergang beobachten und beim Capoeira zuschauen. Zum Essen gab es ein letztes Mal ein super leckeres Pizza Rodizio mit Langusten Pizza und Schokoladen Pizza mit Erdbeeren und so leckeren Sachen, später zum letzten Mal Cocktails, Strand und Lagerfeuer.
Heute Morgen hätten wir dann fast verschlafen, aber die Jungs haben uns zum Glück geweckt, also konnten wir ein letztes Mal lecker frühstücken und um 8 mussten wir Jeri schon wieder verlassen. Die Fahrt war ziemlich entspannt, ich hab 3 Stunden komplett durchgeschlafen und noch nicht einmal bemerkt, dass im Bus sogar „Keinohrhasen“ auf Portugiesisch gezeigt wurde.
Also alles in allem war das ein perfekter Kurztrip und wenn ich die Zeit finde, werde ich auf jeden Fall nochmal hin fahren. Jericoacoara ist der friedlichste Ort, an dem ich bisher war.
Heute ist hier auch Nationalfeiertag, aber bis auf ein paar wenige, kleine Feuerwerke und viel zu viele Menschen auf unserer Jogging-Strecke merkt man davon nicht viel.
Die allerliebsten
Grüße! xxx

3 Kommentare:

  1. Muito legal ler seu post sobre Jericoacoara. Eu queria muito ter ido a Jeri, mas não pude.
    Um abraço!
    Bruno Marx

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  2. Bruno, que surpresa! :-)
    Muito obrigada.
    Mas você ja foi em Jeri, nao?
    Você vai pra Orbitá amanha? Vamos encontrar lá!
    Um abraco pra você!

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  3. Sim..Eu entro no seu blog. É bom para saber as suas impressões do Brasil. Além disso, para treinar o meu alemão. :)
    Fui a Jeri e confesso que ler sobre sua viagem me fez sentir muitas saudades de lá. Ahhhh.
    Vou ao órbita amanhã!
    Abraço!

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