Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Mittwoch, 13. Oktober 2010

Aktiv-Urlaub in Ubajara

So, hier nun endlich der Wochenendbericht.
Nachdem Cathleen uns letzte Woche gesagt hat, dass sie an ihrem Geburtstag nicht in Fortaleza sein wird, haben Vani und ich auch ganz spontan entschlossen wegzufahren. Das war anfänglich sogar so spontan, dass wir fast keine Unterkunft mehr bekommen hätten. Wir mussten dann in einer Pousada (Hostel) anrufen und 6 Minuten haben mein komplettes Guthaben leer gemacht, 6 Euro einfach so weg. Aber es hat sich ja gelohnt.
Also stand unserem Trip nach Ubajara nichts mehr im Weg. Samstagmorgen halb 7 haben wir uns auch schon mit Manuel, Peter, Cindy 2 und Mara am Busbahnhof getroffen und uns auf den Weg ins Landesinnere, in die Berge gemacht. Ich find es ja immer wieder schade, dass ich generell immer in Fahrzeugen schlafen muss, hier kann man irgendwie immer so viel sehen, wenn man wach bleibt, aber leider schaffe ich das nie lange. Es ist aber echt erstaunlich wie die Menschen hier so im Hinterland leben, so abgeschottet und völlig für sich, das ist einfach so unvorstellbar für uns Europäer. Nach der fast 8-stündigen Fahrt sind wir irgendwo im nirgendwo angekommen. Am Busbahnhof in Ubajara gab es wirklich nichts außer 2 Taxis, die uns schon sehnsüchtig erwartet haben. Vani und ich sind dann auf gut Glück mit zur Pousada der anderen gefahren, in der Hoffnung, dass wir vielleicht auch dort unterkommen können und das hat auch geklappt. Im „Sitio do Alemão“ wurden wir von dem deutschen Besitzer Herbert begrüßt und es gab absolut keine Probleme. Vani und ich haben uns einfach eine Hütte mit Manuel geteilt und das hat gepasst. Die Pousada war mitten im Wald und total abgeschottet, also mussten wir erst mal fast 2 Kilometer laufen um ein Restaurant zu finden. Als wir dann wieder bei Herbert waren, war es erst um 6 und wir wussten nichts mehr so recht mit uns anzufangen. Also haben wir uns eine Taschenlampe geliehen und eine Nachtwanderung gemacht. Das war echt so witzig, wie auf Klassenfahrt in der 4. Klasse. :-) Der Weg hat sich allerdings gelohnt, denn wir sind an einem echt schönen Aussichtspunkt rausgekommen und hatten einen Blick über das komplette Tal. Den Rest des Abends haben wir dann ganz old school mit Karten spielen verbracht.
Sonntagmorgen sind wir recht früh aufgestanden um uns nach einem super leckerem Frühstück (mit selbstgemachtem Brot) auf den Weg zum Parque Nacional de Ubajara zu machen. Dort haben wir dann eine 5-stündige Wanderung durch den Wald gemacht. Auf und ab, an Aussichtspunkten vorbei, Wasserfälle gesehen und zum ersten Mal Affen in freier Natur beobachtet. Das letzte Stück ging dann nur noch steil bergauf, aber dafür wurden wir mit einer tollen Höhle belohnt. Eine Seilbahn hat uns dann wieder ganz nach oben gebracht und dann haben wir endlich unsere hochverdiente Eispause gemacht. Das hat aber nicht gereicht und wir haben beschlossen gleich noch richtig essen zu gehen. Gegen halb 5 waren wir dann im Restaurant und dort saßen wir auch ewig, denn was anderes gab es ja nicht zu tun. Der Rückweg war auch wieder lustig, denn es war stockdunkel und nur die Sterne haben uns den Weg geleuchtet. :-) Beendet wurde der Tag dann mit einer Frosch-Dusche, es waren einfach so viele Frösche in der Dusche, dass es keinen Sinn gemacht hätte alle zu verjagen.
Montagmorgen haben wir uns dann mit Herbert und 2 Brasilianern getroffen, denn Herbert wollte uns mit auf einen Ausflug zu einem anderen Wasserfall „Cachoeira do Frade“ nehmen. Wir haben erst kurz bei einem Staudamm gehalten, der hieß auch wieder „O Alemão“ und danach haben wir unsere nächste Wanderung begonnen. Wir hatten alle keine Ahnung was uns erwartet, aber Herbert hat gesagt, dass wir ungefähr einen Kilometer gehen müssen. Dass daraus viel mehr und sogar eine richtige Klettertour wird konnten wir ja nicht ahnen. Das erste Stück war auch noch relativ angenehm, aber irgendwann sind wir auf so engen Pfaden lang gelaufen, dass die ganzen Beine zerkratzt wurden. Dann mussten wir auch noch durch Wasser und schon waren die Schuhe nass. Nachdem wir dann ein bisschen geklettert sind haben wir die erste Badepause im Wasserfall gemacht. Das war einfach echt traumhaft, denn dort waren absolut keine Menschen, weit und breit. Am Tag zu vor waren wir in einer großen Touri-Truppe, aber da war wirklich die ganze Zeit niemand außer uns und das war super. Nach der ersten Pause wurde die Klettertour aber auch immer extremer. Irgendwann mussten wir uns an Lianen eine Felswand herunter hangeln und dann kurz vor Schluss war auch ich am Ende meiner Kräfte und hab schon Stoßgebete zum Himmel geschickt. Das letzte Stück ging einfach 90° abwärts und Herbert hat uns vorher auch noch so eine schöne Geschichte erzählt, dass da vor 2 Wochen jemand abgestürzt ist, sich ein Bein und einen Arm gebrochen und eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Es hat einen ganzen Tag gedauert bis Hilfe dorthin kam und dann kam auch noch die Feuerwehr und der Verletzte wurde irgendwie mit einer Trage da wieder hochgehievt, ich hab keinen Schimmer wie, aber es hat wohl geklappt. Also haben wir Mädels alle protestiert, aber dann hab ich mir einen Ruck gegeben und bis auf die 2 Brasilianer, die aufgegeben haben, haben wir alle das letzte Stück gemeistert. Und wir sollten belohnt werden. Wir sind dann noch hinter den Wasserfall geklettert und haben einfach den Frieden auf Erden gefunden. :-) So wirklich entspannen konnte ich mich aber leider nicht, denn der Rückweg hat mir noch immer Sorgen gemacht. Aber der war dann nur halb so schlimm und obwohl es die ganze Zeit nur bergauf ging, ging es ganz schnell und das aufregende Abenteuer war schon wieder vorbei. Das Ganze hat auch wieder 4 oder 5 Stunden gedauert und wir brauchten auf jeden Fall direkt wieder eine Stärkung in unserem Stammrestaurant „Maria Bonita“. Der letzte Abend wurde auch wieder mit diversen Kartenspielen verbracht und am Dienstagmorgen mussten wir uns halb 8 leider schon wieder verabschieden.
Alles in allem war das aber echt ein super Trip, den ich jederzeit jedem empfehlen würde. Es war einfach mal wieder schön etwas anderes als Strand zu sehen und sich ein wenig zu bewegen. Der Muskelkater und die völlig durchnässten, stinkenden, neuen Schuhe waren auf jeden Fall alles wert. Und morgens und abends war es dort sogar so „kalt“, dass man lange Sachen brauchte, endlich mal wieder. Also, eine super angenehme Abwechslung und die Generalprobe für den Amazonas mit Bravour gemeistert!

3 Kommentare:

  1. Muito legal! Continue postando. :p Leio sempre.
    Beijo!

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  2. Vou continuar mas no ultimo fim de semana nada especial aconteceu. :-) Sempre leio o seu blog também, mas nao posso comentar! Que pena... Beijos!

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  3. Ow, Cindy! Por que não pode comentar? :p
    Pelo menos poderia dizer se entendeu o que eu escrevi em alemão, se foi certo. :)
    Bjo

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