Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Sonntag, 21. November 2010

Fazit - 4 Monate Brasilien

Eigentlich müsste ich gerade ganz fleißig an meiner Präsentation für morgen arbeiten, aber Zeit für ein paar Zeilen an so einem wichtigen Datum wie heute muss einfach sein. :-)
4 Monate sind wir jetzt schon hier und der Kulturschock ist endlich überwunden. Eigentlich habe ich ja nie viel von diesem Ausdruck gehalten, aber da muss ich jetzt einfach mal mein Wissen aus dem Studium anwenden. :-) Ein Kulturschock hat nämlich 4 Phasen. Am Anfang ist die sogenannte "Honeymoon Phase" wo alles toll ist. Ich würde vielleicht nicht unbedingt sagen, dass am Anfang alles toll war, aber zumindest aufregend und neu. Danach kam die "Krise", die bei mir zum größten Teil aufgrund purer Langeweile und sprachlichen Barrieren entstand. Ok und daraus, dass man hier so abhängig von anderen ist, dass man hier so eingesperrt ist (tagsüber ist es zu heiß und im Dunkeln soll man nicht raus), dass man sich auf viele einfach nicht verlassen kann, dass man generell immer angestarrt wird, etc. Und danach kommen die Phasen der "Erholung" und der "Anpassung". Ich zitiere Wikipedia "Die Person hat sich in die neue Kultur integriert, sie versteht die Kultur und übernimmt teilweise sogar Verhaltensmerkmale der Fremdkultur." Mittlerweile ist es wirklich so, dass ich nichts mehr an Fortaleza und dem Leben hier zu kritisieren habe. Natürlich bestehen immernoch alle erwähnten Probleme, aber es ist einfach so, dass ich mich daran gewöhnt habe und sie mich nicht mehr stören. Ich bin sogar schon ein wenig traurig, wenn ich für das Praktikum (was ich immernoch nicht habe) in den Süden ziehen und alle lieben Leute hier verlassen werde. Ja, ich könnte auch hier bleiben, aber ich möchte mich einfach der Herausforderung stellen und irgendwo nochmal allein anfangen. Ich bin mir fast sicher, dass sich der "Kulturschock" dann wiederholt... :-)
Nach 4 Monaten wird man übrigens auch schon im Bus erkannt. Cathleen ist einmal allein nach Hause gefahren und da hat der Kassierer sie tatsächlich gefragt wo ihre beiden Freundinnen denn sind. Und an einem anderen Tag ist dasgleiche Vani und mir passiert. Da hat er Cathleen vermisst... sehr süß.
Nach 4 Monaten hat man auch mal wieder Lust auf richtig gutes, heimatliches deutsches Essen. Also sind wir am Freitagabend ins Hofbräuhaus (Foto) gegangen. Die Vorfreude war riesig, da die Speisekarte sich wirklich gut lesen ließ, aber die Enttäuschung danach war mindestens genauso groß. Vani und ich hatten eine gemischte Fleischplatte mit Kartoffelbrei und Sauerkraut, aber das einzige was ein bisschen nach zu Hause geschmeckt hat, war leider nur das Sauerkraut. Auf ein leckeres Radler hatten wir uns auch schon gefreut, aber das hatten sie nicht... Wir sollten wahrscheinlich doch lieber warten, bis wir wieder in Deutschland sind und jetzt einfach die brasilianischen Köstlichkeiten genießen.
Oh und den Weihnachtsschock hatten wir während dem letzten Monat auch. Vani und ich wollten noch letzte Reisebesorgungen für den Amazonas im Shopping Center an der Uni machen, als wir von der überwältigenden Weihnachtsdeko dort total überrumpelt wurden. Das passt einfach nicht, wenn da riesengroße Weihnachtsmänner und geschmückte Tannenbäume stehen und in den Schaufenstern Bikinis hängen. Was Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen angeht sind die Brasilianer auch echt verrückt. Damit hätte ich irgendwie nicht gerechnet... Trotzdem bleibt die Weihnachtsstimmung bisher noch aus, was wohl auch daran liegen könnte, dass noch über einen Monat Zeit ist.
Bin ich froh, dass ich diesen ganzen Geschenkestress dieses Jahr nicht habe, aber euch wünsch ich viel Erfolg :-)

Mittwoch, 17. November 2010

Canoa Quebrada

Am Montag war schon wieder Feiertag - Ausrufung der Republik - das heißt, wir haben das lange Wochenende genutzt und sind mal wieder ein wenig verreist.

Ziel: Canoa Quebrada - circa 160km südlich von Fortaleza
Mitreisende: Sina, Vani, Bernd, Christoph, Moritz & Freundin und Mirko & Freundin

Freitagabend waren Sina, Vani und ich noch mit ein paar Brasilianern in einer Bar und danach im Mucuripe. Das Mucuripe ist angeblich die größte Großraumdisco in Brasilien, aber sooo groß kam es mir auch wieder nicht vor. Bisher war uns der Eintritt immer zu teuer, aber am Freitag war es sooo gut, dass wir sicher bald wieder gehen. Ich würde ja gern am Samstag gehen, da ist Abba-Show, aber bei knapp 30€ Eintritt muss ich mir das dann doch nochmal überlegen. Freitagabend war da auf jeden Fall auch ein Konzert, "Netinho" aus Bahia war da. Vani und Sina fanden es am Anfang nicht so gut, denn sein Musikstil "Axé" hat den beiden nicht gefallen, aber dann hab ich sie auf einen anderen "Floor" geschleift und dann war die Nacht auch erst gegen halb 6 vorbei. :-)
Blöderweise mussten wir aber um 7 schon wieder aufstehen, weil der Bus nach Canoa Quebrada gegen 8 gefahren ist, aber alles kein Problem. In Canoa waren wir dann gegen 1 und hatten erstmal Probleme unsere Pousada zu finden. Dort angekommen mussten wir dann auch noch feststellen, dass etwas mit der Reservierung schief gelaufen ist. Unsere Reservierung war erst für das nächste Wochenende und Zimmer waren auch nicht mehr frei...na juhu. Also sind wir dann noch eine Weile umhergeirrt und haben aber doch noch etwas Gutes und Günstiges für uns alle gefunden. Den Nachmittag haben wir dann am Strand verbracht. Erst haben wir in einer Barracke (so heißen die Strandbars) etwas getrunken und gegessen und dann hat sich jeder zu seinem Schläfchen in den Sand zurückgezogen. Leider wurde es nur sehr schnell frisch und viel Schlaf konnte nicht aufgeholt werden. Abends waren wir schick essen. Ich hab in dem Restaurant doch tatsächlich einen Crepe mit meinem Namen gefunden und dann fiel die Entscheidung auch nicht schwer. :-) Danach sind wir noch ein bisschen auf der Hauptstraße, dem "Broadway" (nennen die tatsächlich so), umher gelaufen und haben hier und da etwas getrunken, bis wir dann gegen 12 endlich zur "Freedom Bar" gehen konnten. Die Bar ist eher ein offener Club direkt am Strand, in dem die ganze Nacht Reggae gespielt wird und wo es Lagerfeuer gibt...Hippie-Style. Eigentlich ist das ja nicht so mein Ding, aber es war echt gut und total "chillig". Aber länger als bis halb 3 haben wir es dann auch nicht mehr ausgehalten...
Samstagmorgen stand mal wieder eine Buggy-Tour auf dem Plan. Die hat auch wieder Spaß gemacht, aber war leider nicht ganz so gut wie die Erste in Morro Branco. Wir haben unter anderem mitten in den Dünen gehalten und konnten dann mit so einer Art Sessel-Lift (nur eben nach unten) ins Wasser rutschen (Foto rechts). Nach der Tour hat Sina uns schon wieder verlassen und der restliche Tag sah ziemlich genauso aus wie der Erste. Nur das wir es uns mit ein paar Getränken in der Pousada gemütlich gemacht haben und dann erst zur Freedom Bar gegangen sind.
Vani, Bernd und ich waren Montag noch lecker frühstücken und haben 12:40Uhr den Bus zurück genommen. Am Rodoviaria (Busbahnhof) kam der Bus, den wir brauchten um nach Hause zu kommen, mal wieder nicht und wir haben ewig gewartet. Bis dann jemand kam und gesagt hat, dass der an Feiertagen woanders fährt...mein geliebtes Brasilien. :-)
Jetzt sind es noch 2 Wochen und dann ist die Uni auch schon vorbei. 2 Präsentationen müssen noch gehalten und 2 Klausuren geschrieben werden... das heißt, in nächster Zeit werden wir uns wohl mal ein wenig um die Pflicht kümmern müssen! :-)
Oh, da fällt mir gerade noch etwas ein. Letzte Woche war von Dienstag-Donnerstag immer abends so ein Event von der Uni. Das war auch echt interessant. Es gab immer lecker Essen (sehr wichtig!) und Vorträge. Am ersten Abend hat mir mein Recursos Humanos Dozent, den deutschen Austauschdozenten Hans-Peter Benedikt von der Uni in Eberswalde vorgestellt. Vani und ich haben so lange nach den Vorträgen noch mit ihm geredet und gegessen, dass dann irgendwie alle schon weg waren und er uns nach Hause gebracht hat. Sehr nett! Am nächsten Tag hat er dann auch ein Referat über deutsch-brasilianische Kulturunterschiede gehalten und das war einfach nur peinlich. Man stelle sich vor: ein Saal voller Menschen, es wird die Frage gestellt wie man sich wohl in Deutschland begrüßt, mein Recursos Humanos Dozent ruft rein "Cindy weiß das sicher" (hahahaha) und alle Köpfe drehen sich um und starren mich an! Dummerweise hab ich auch gerade mit meinem Nachbarn geredet und wusste noch nicht einmal worum es ging, aber Hans-Peter hat mich gerettet und gemeint, dass das zu leicht wäre. :-) Später kam dann noch so ein Komiker, Luiz Neto oder so, als Unterhaltungsprogramm und der hat auch wieder irgendeinen Witz gemacht und alle haben gestarrt...schrecklich. :-)

So, das war's jetzt aber!

Beijos pra vocês!

Donnerstag, 11. November 2010

Amazonas - Teil 2

So, und weiter geht's.

Am dritten Tag haben wir uns nach dem Frühstück auf eine kleine Trekking-Tour durch den Dschungel begeben. Ceciliano hat uns alle möglichen Bäume gezeigt und Heilpflanzen erklärt und uns Krönchen und Armbänder gebastelt. :-) Ich glaub insgesamt sind wir 3 Stunden durch den Wald gelaufen und meine (normalerweise richtig gute) Orientierung war sehr schnell verloren. Wir sind auch keine Wege oder so lang gelaufen, sondern einfach querfeldein und wenn uns etwas in den Weg kam, dann hat Cecliano das mit seinem mega Messer einfach klein gemacht. Auf dem Rückweg hat er sich dann an der Sonne orientiert und uns heil wieder zum Mittagessen gebracht. Nachmittags waren wir einfach nur mehrere Stunden mit dem Boot auf dem Wasser und haben Tiere beobachtet und Brüllaffen belauscht. Gesehen haben wir hauptsächlich irgendwelche Vögel und Tukans aber auch mehrere Affenfamilien und Delfine im Sonnenuntergang...sehr romantisch. :-)
Zum Essen waren wir wieder "zu Hause" und gegen 9 sind wir noch zu einer richtigen Amazonasparty gegangen. Das war fast schon ein kleiner Kulturschock. Den ganzen Tag lief unsere Familie dort in den ältesten Klamotten rum und dann kamen auf einmal die schicken Abendkleider und High Heels aus der Holzhütte. Da kamen wir uns dann doch etwas blöd vor in unseren Shorts und wahrscheinlich stickenden T-Shirts. :-) Die Party war der 15. Geburtstag von einem Mädchen und es waren sicher mehr als 100 Menschen da, auch wenn ich immernoch nicht weiß wo die alle herkamen. Der 15. Geburtstag von Mädchen wird hier wohl immer so groß gefeiert, warum konnte mir keiner so richtig beantworten, aber meine Vermutung, dass sie danach auf den Heiratsmarkt kommen, wurde so mehr oder weniger durch unseren Fahrer in Manaus bestätigt. Wir waren natürlich wieder die Aliens auf der Party, aber es hat trotzdem echt Spaß gemacht und es gab sooo leckeren Kuchen. :-)
Am nächsten Tag sind wir dann zum Kautschuk machen gefahren und haben zum ersten Mal andere Touris getroffen. Nachdem wir uns kurz ausgetauscht haben, haben sich unsere Wege aber auch schon wieder getrennt und wir sind weiter zum Dorf gefahren. Das "Dorf" besteht aus einer Schule, einem Arzt, einer Kirche und 2 Tante Emma Läden, in denen aber auch die größten Flatscreens standen - Brasilien, das Land der Gegensätze. Unser Guide war dann eben kurz in der Schule die neue Präsidentin wählen und wir haben die Zeit genutzt einen Blick in die Unterrichtsräume zu werfen. Es waren übrigens gerade Ferien, weil in dem Gebiet gerade die größte Trockenzeit seit 130 Jahren herrscht.
An dem Tag hatten wir auch eine längere Mittagspause und sind erst gegen halb 4 zum nächsten Abenteuer aufgebrochen. Die letzten Nacht haben wir nämlich mitten im Dschungel in einer Hängematte verbracht. Wir sind sicher 2 Stunden mit dem Boot gefahren bis wir endlich da waren und waren dann völlig überrascht, dass da sogar schon ein kleines Lager - mit "Tisch, Bänken" und Lagerfeuer - aufgebaut war. Zum Abendessen gab es dann leckeres Hühnchen vom Grill mit mitgebrachtem Reis und Salat und Tee, den wir mit der Rinde von irgendeinem Baum gemacht haben, sehr lecker. Dann war es allerdings auch dunkel und erst gegen 7 und wir hatten keine Ahnung was wir noch machen sollten. Also haben wir eine Weile der Stille gelauscht und Ceciliano hat uns mit der Taschenlampe so eklige Tiere, die aussahen wie überdimensionale Ratten, gezeigt. Als ich die gesehen hab, hatte ich irgendwie keine Lust mehr mich in die Hängematte zu legen... Wir haben dann noch ein bisschen Karten gespielt und gegen 9 geschlafen. Das Schreckliche war auch eigentlich, dass man nachts wirklich nichts sieht. Ich bin mehrmals aufgewacht und hab neben mich in die Dunkelheit gestarrt und einfach gehofft, dass alle Tiere, die da wohnen, auch schlafen. :-)
Am nächsten Tag war Vanis Geburtstag, den wir mit einem leckeren Dschungelfrühstück begonnen haben. Danach sind wir noch zu einer Ananasplantage gefahren und haben Mango frisch von den Bäumen gegessen. Zum Mittag gab es noch einen leckeren Geburtstagskuchen, den Vani und ich zur Hälfte aufgegessen haben...wir konnten ihn ja leider nicht mitnehmen. Und danach hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen und auf den langen Rückweg nach Manaus machen - eine Stunde Boot, eine Stunde VW-Bus und wieder Boot. Auf dem letzten Boot haben wir 2 Engländer getroffen, die wir schon am Anfang kennengelernt haben, und mit den beiden haben wir dann auch den restlichen Tag verbracht. Unser Rückflug war morgens um 1 und der andere um 2. Also waren wir noch in Manaus im wohl nobelsten Restaurant, was uns aber auch erst bewusst wurde als wir drin saßen. Ich hab meinen Rucksack auf einen Stuhl neben mich gestellt und dann kam der Kellner und hat ihn mit einer Tischdecke abgedeckt... Und als wir Caipirinha bestellt haben, kam direkt ein Cocktailwagen angefahren und alles wurde vor unserer Nase zubereitet. :-)

Diese 4 Tage abgeschottet von allem, waren wirklich eine tolle Erfahrung. Die Natur ist traumhaft und es ist erstaunlich mit wie wenig materiellen Dingen man doch tatsächlich auskommen kann. Wir in Deutschland können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir so ein gutes Leben führen. Dem sollte man sich einfach hin und wieder bewusst werden... :-)

Sonntag, 7. November 2010

Amazonas - Teil 1

Juhuuu, wir wurden weder von Piranhas gefressen noch sind wir bei den Affen geblieben! Vani und ich sind (natürlich schon am letzten Dienstag) heil wieder in Fortaleza angekommen und haben das Dschungelabenteuer erfolgreich beendet. :-)
Am Donnerstagmorgen im Flugzeug haben wir schon die erste Überraschung erlebt, als ein Werbespot der TAM-Airline gezeigt wurde und da jemand deutsch gesprochen hat. Als ich aufgeschaut habe, dachte ich "hm irgendwie kennst du den Schauspieler" und dann hab ich Vani angeschaut und mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen. Das war Jonas, einer der mit uns studiert, aber schon ein Jahr weiter ist. Das war echt witzig. Die Welt ist einfach ein Dorf. Nachdem wir in Belém zwischengelandet sind hatten wir auch die Chance den Spot nochmal zu sehen und mitzufilmen.
Vom Flughafen in Manaus haben wir dann den Bus ins Zentrum genommen und das war mal wieder typisch brasilianisch. Wir wussten natürlich nicht wo wir aussteigen müssen, also haben wir gefragt und als wir dann im Zentrum angekommen sind, hat sozusagen der ganze Bus diskutiert wo es denn jetzt am besten wäre auszusteigen. Im Hotel angekommen gab es auch erstmal ein Problem, weil Expedia das Geld noch nicht überwiesen hatte, aber nach einer 20-minütigen Wartezeit, war das auch gelöst.
Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, haben wir uns auch schon wieder auf den Weg gemacht, weil wir nicht mehr viel Zeit hatten bis es dunkel wurde und wir aber noch ein bisschen Manaus erkunden wollten. Die Stadt an sich ist auch echt schön, aber sehr viel zu sehen gab es am Ende doch nicht. Wir haben unsere Tour am Theater begonnen und sind einmal durch die Stadt bis zum Hafen am Rio Negro gegangen und das war es dann auch irgendwie schon. Wir waren so schnell wieder zurück, dass noch Zeit für ein Schläfchen war, bis wir uns später nochmal auf den Weg zum Essen gemacht haben und wieder am Theater vorbei gegangen sind. Dort war es dann so schön, mit Beleuchtung und Live Musik, dass wir uns da auch nochmal kurz hingesetzt haben und den Abend haben ausklingen lassen.
Freitagmorgen wurden wir nach einem super Frühstück pünktlich um 8 am Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht, wo unser Guide Ceciliano und seine Frau schon auf uns gewartet haben. Als erstes sind wir dann mit dem Speedboot zum "Encontro das Aguas" gefahren. Das ist die Stelle wo der Rio Negro (schwarz) und der Rio Solimoes (weiß) aufeinander treffen und den Amazonas bilden. Das Spannende ist, dass die beiden Flüsse sich aufgrund ihrer verschiedenen Wassertemperaturen und -dichten nicht mischen und eine zeitlang "schwarz & weiß" nebeneinander herfließen. Auf der anderen Seite des Rio Negro angekommen wurden noch die letzten Einkäufe getätigt und dann ging es mit dem VW-Bus auf der Transamazonica (eine Straße, die ursprünglich Manaus und die Küste verbinden sollte, aber nie fertiggestellt wurde) tiefer in den Regenwald hinein. Nach einer ca. 1-stündigen Fahrt sind wir dann wieder in ein Boot umgestiegen um damit nochmal ca. eine Stunde zu fahren.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann also auch angekommen und das Haus von unserem Guide ist tatsächlich nur mit Boot erreichbar. Während der folgenden Tage haben wir auch bei Ceciliano und seiner Familie gelebt und konnten dadurch das volle Regenwaldleben kennenlernen. Nach dem Mittag sind wir zu einem kleinen, aber feinen Strand zum Baden gefahren und danach zum Piranhas fischen. Angeln kann man das nicht nennen, denn wir hatten nur eine Schnur mit einem Haken dran und damit mussten wir irgendwie zurecht kommen. Das war echt ein Spaß und am Anfang gar nicht so einfach, aber am Ende hatte ich doch 5 an meiner Schnur und später auf meinem Teller und sie waren echt lecker. Eine Überraschung gab es aber noch. Als wir noch am fischen waren, fing es auf einmal an zu regnen. Ist ja bekanntlich nicht ungewöhnlich, aber wir sind natürlich unser regenfreies Fortaleza-Wetter gewöhnt und hatten unsere Regenjacken nicht dabei. Also saßen wir da erstmal im Boot und dachten Pech gehabt, aber dann wurde es richtig ungemütlich und der Guide hat seine Jacke mit uns geteilt. Da es aber auch ewig nicht aufgehört hat, sind wir dann noch zu einem schwimmendem Haus gefahren und haben uns da untergestellt.
Nach dem Abendessen hieß es dann nochmal ab ins Boot, denn wir wollten Krokodile beobachten. Aber das war erstmal weniger spannend, denn der klare Sternenhimmel war viel schöner. Ich glaube ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich noch nie soooo viele Sterne gesehen hab. Krokodile gab es allerdings auch viele. Ceciliano hat immer mit einer Taschenlampe die Ufer abgesucht und die Augen der Kroks haben immer richtig geleuchtet. Irgendwann hat er es auch geschafft ein kleines zu fangen und wir "durften" es auch mal halten. Da war sogar gerade noch ein kleiner Fisch im Mund.
So, das war der erste Teil und bevor wieder Beschwerden kommen, dass es zu viel ist, folgt der 2. Teil in ein paar Tagen! :-)

Achso und ich hab ganz viele neue Fotos hochgeladen, viel Spaß beim Stöbern!