Puh, das letzte Mal ist wirklich schon ewig her und ich weiß gar nicht so recht wo genau ich anfangen soll. Am besten wird es wohl sein chronologisch vorzugehen. Also vor nun schon 2 Wochen durfte ich nach wenigen Komplikationen in Fortaleza in das Flugzeug nach Rio steigen. Am Flughafen in der Cidade Maravilhosa hab ich mich dann wieder mit Vani und ihrer Schwester Claudia getroffen und wir sind zusammen zum Hostel gefahren. Das war der totale Reinfall, aber nach 2 Nächten bin ich auch schon in mein momentanes Zimmer an der Copacabana gezogen. A
lso ich wohne jetzt bei Adele und teile mir ein Zimmer mit noch 2 anderen Brasilianerinnen.
Die ersten Tage haben wir hauptsächlich mit Sightseeing verbracht. Gleich am ersten Tag sind wir mit der Seilbahn auf den Pao de Acucar, den Zuckerhut gefahren, waren am Praia Vermelha, sind zur Copacabana gelaufen und waren abends lecker beim Pizza Rodizio. Ich weiß jetzt schon, dass ich das in Deutschland total vermissen werde, am meisten wohl die süßen Pizzen mit Smarties oder mit weißer Schokolade und Erdbeeren…mmmmh. Am zweiten Tag haben wir uns Rio wieder von oben angeschaut und zwar sind wir mit der Zahnradbahn auf den Corcovado gefahren und haben den Cristo besucht. Damit war dann eigentlich auch schon das richtig typische Touri Programm abgeschlossen und nachmittags bin ich auch schon in meine neue Bleibe gezogen. Am nächsten Tag hab ich mich dann wieder mit den Mädels getroffen und wir sind zur Lagoa Rodrigo de Freitas gefahren. Das ist ein See sozusagen mitten in der Stadt, der von einem 7,2km langen Radweg umgeben ist. Was hieß das? Genau! Fahrräder ausleihen. Das war sooo toll endlich mal wieder Rad zu fahren. Allerdings sollte die Strecke nicht ohne Hindernisse für zumindest Vani und mich sein. Man stelle sich vor Vani fährt vor mir und auf einmal schließt sich da mitten auf dem Radweg ein Tor. Vani ist durchgefahren, also bin ich ganz knapp hinterher und blöderweise kam 100m später noch ein Tor, was schon zu war. Als wir das realisiert haben, standen wir als einzige Blödis genau in der Mitte und über uns war auf einmal ein Hubschrauber…schlecht. Aber alles kein Problem, er hat einfach eine Extrarunde gedreht und das Tor wurde nochmal für uns geöffnet und hinterher war es nicht nur für alle anderen, sondern auch für uns lustig. Nach unserer Fahrradtour sind wir noch ein wenig in Ipanema umher spaziert und haben uns abends nochmal auf einen Caipirinha getroffen. In Ipanema gibt es sogar endlich einen ordentlichen Laden – Mango! Oh und im Praia Shopping Center in Botafogo gibt es sogar Starbucks. Am Sonntagmorgen war ich schon ganz begeistert, denn auf dem Plan stand der Besuch im Maracana Stadion. Leider hielt die Begeisterung nicht lange an, denn nachdem wir die Tickets gekauft hatten und mit dem Fahrstuhl zum Oberrang gefahren sind, mussten wir leider feststellen, dass das Stadion schon im Umbau für die WM ist. Das heißt ohne Sitze und da wo mal der Unterrang war, war ein einziger Schutthaufen. Echt schade und fertig gestellt wird es natürlich auch erst 2013… Naja, wir waren dann noch in einem Park an der Quinta de Boa Vista, das war der Sitz der kaiserlichen Familie bis zur Proklamation der Republik, und eigentlich wollte ich noch zum Nordosten Markt, aber darauf hatten die anderen dann nicht mehr so viel Lust. Also bin ich nach Hause gefahren um mich auf meine Praktikumssuche am nächsten Tag vorzubereiten.
Den ganzen Montag bin ich also in meinen langen Hosen bei 34°C durch Rio gelaufen und war bei 9 Adressen quer im Zentrum verteilt. Detaillierte Infos zur Suche gibt’s gern auf Anfrage, das wär hier sonst zu viel. :) Ja und abends hab ich mich dann ein letztes Mal mit Vani und Claudi getroffen, denn die beiden hat es dann nach Salvador verschlagen. Der Abschied war gar nicht so einfach, aber ganz tapfer ohne Tränen. :) Bei den nächsten Tagen hab ich irgendwie Lücken. Mara war dann hier, einen Freund (Florian) besuchen und wir haben ganz viel zusammen unternommen. Wir waren in einigen Museen im Zentrum, im Kino, im Theater, in Ipanema und haben jeden Abend zusammen gekocht. Letzten Freitag sind wir mit dem Schiff zur Ilha de Paquetá gefahren. Dort war es auch ganz nett und es gab keine Autos sondern nur Pferde oder Fahrräder, aber wir mussten feststellen, dass wir durch Fortalezas Strände doch sehr verwöhnt sind. Samstagnachmittag haben wir uns zusammen mit Florian auf den Weg nach Niteroi gemacht. Niteroi ist eine recht große Stadt auf der anderen Seite der Guanabara Bucht, aber das Einzige was man da sehen kann ist das zeitgenössische Kunstmus
eum designt von Oskar Niemeyer, wie eine Blume…mit viel Fantasie (Foto rechts). Sonst gab es da allerdings auch nicht viel zu bestaunen. Sonntag war ein sehr schöner Tag. Wir 3 haben uns zum Frühstück in der Schule für visuelle Künste (Foto links) getroffen – also ein guter Start – dann waren wir im Parque Lage, einem richtig schönen Park mit vielen versteckten Teichen, Höhlen und einer Art Burg und danach im botanischen Garten.
Das Nachtleben haben wir in der Zeit auch ein wenig erkundet. Einen Abend waren wir in Gávea, dort waren total viele junge Menschen einfach nur auf einem Platz und haben getrunken, dann waren wir bei einer Roda de Samba. Da haben zehn Musiker im Kreis gesessen und Samba gespielt und hunderte von Menschen standen ringsum und haben getanzt. In Lapa waren wir auch. Laut Lonely Planet ist Lapa das Partyviertel von Rio und das war es auch tatsächlich. Das ist ein komplettes Viertel voll mit Bars und alle Straßen sind für Autos gesperrt und voll mit Menschen. In Lapa gibt es auch die Escadaria Selarón. Eine Treppe, die mit bunten Mosaiken aus aller Welt geschmückt ist…da waren sogar die Bremer Stadtmusikanten! Und Sonntagabend waren wir im Sambódromo. Dort ist immer Karneval und Sonntagabend hatten 3 Sambaschulen Generalprobe. Eigentlich hat mich Karneval bisher nur wenig interessiert, aber die Generalprobe war schon echt krass. In einer Sambaschule waren einfach so viele Menschen (Foto) und die waren alle gut gelaunt und im Takt und haben einfach eine super Stimmung verbreitet. Jetzt bin auch ich auf Anfang März gespannt.
Montagabend war ich dann nochmal bei Mara kochen bevor sie sich auch von Rio verabschiedet hat. Seit Montag mach ich auch Praktikum, aber darüber schreib ich dann beim nächsten Mal…
Beijos!
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