Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Montag, 21. Februar 2011

Barra und Niterói

Auch wenn es eigentlich nicht sooo viel zu berichten gibt, kommen hier mal wieder ein paar Zeilen.
Letzte Woche, war nach 4,5 Wochen Praktikum der allererste stressige Tag und die Phase hält tatsächlich immernoch an. So macht das Ganze gleich ein wenig mehr Spaß und die Zeit rast einfach nur so davon. Hätte ich irgendwas davon, hätte ich sogar Überstunden machen können, aber so weit kommt es noch bei dem Hungerlohn... Punkt um 6 fällt der Hammer! ^^
Ab Montag ist meine Chefin dann auch 2 Monate unterwegs und ich glaub, ab dann wird es richtig entspannend. Mir wurde schon geflüstert, dass es dann auch öfter Caipis im Büro gibt...
So, die letzten beiden Wochenenden waren ziemlich entspannt. Letzte Woche Samstag haben Annabelle, Jenny und ich eine Tour durch den Tijuca-Wald gemacht. Das ist sozusagen der Überbleibsel vom atlantischen Regenwald, der Rio mehr oder weniger umgibt. Eigentlich mag ich ja so touristische Touren mit "Reiseleiter" nicht, aber da es in dem Wald ja so gefährlich sein sollte, war uns das dann doch lieber. Von Gefahr war zwar im Nachhinein wie immer keine Spur, aber egal.
Der erste Stopp war der Cascatinha Taunay Wasserfall, in dem wir auch direkt erstmal baden waren. Das Wasser war verdammt kalt, aber ich glaub nur für uns Deutsche, denn die Brasilianer, so schien es, haben den halben Tag im Wasser verbracht während wir schon lange wieder in der Sonne standen und uns aufgewärmt haben.
Der nächste Zwischenstopp war am Vista Chinesa, bei dem man eine traumhafte Aussicht über ganz Rio hatte.
Nachdem wir circa eine halbe Stunde mit dem Jeep durch den Wald gefahren sind, wurden wir an einer Stelle rausgelassen und mussten wandern...satte 5 Minuten. War das vielleicht anstrengend. So anstrengend, dass wir danach an einem weiteren Wasserfall erstmal eine Eispause einlegen mussten und das war es dann auch eigentlich schon mit der Wald-Tour.
Auf dem Rückweg sind wir circa 8 km an Rios Küste entlang gefahren und das war echt super schön, da hab ich mich mal wieder daran erinnert, wie toll ich diese Stadt doch finde.
Zurück in Copa angekommen, hab ich nur eben meine Sachen geschnappt und bin mit zu Jenny nach Barra gefahren. Barra liegt ca. 15 km westlich von Copa und wird auch als Miami Rios bezeichnet. Und das zurecht. Vor dem Hintergrund toller tropischer Landschaft steht dort eine riesige Shopping Mall an der nächsten und überhaupt ist alles irgendwie total amerikanisch. Wir waren auch im Barra Shopping, aber eigentlich nur um uns mal wieder bei einem All you can eat Büffet mit allen möglichen Sachen so richtig voll zu stopfen. Am witzigsten wurde es dann beim Dessert, als die leckere Schokoladensauce, die ich doch so gern über meine Früchte machen wollte leer war und ich nach neuer gefragt hab. Ich hab mich kaum wieder gesetzt, da hatte ich auch schon meine eigene riesige Schüssel voll Sauce vor mir stehen. Ich dachte echt der Kellner will mich auf den Arm nehmen und ich hab ihn völlig ungläubig angestarrt, aber das hat ihn nicht abgeschreckt...guten Appetit!
Dann sind wir weiter zu Jenny gefahren und haben den Tag mit einem leckeren Caipi auf ihrem Balkon ausklingen lassen. Oh, sie hat übrigens eine Dusche auf dem Balkon... so was Tolles möchte ich auch mal haben, wenn ich groß bin.
Den Sonntag haben wir dann komplett an ihrem Pool oder auf dem Balkon vergammelt und abends bin ich wieder nach Haus gefahren. Eigentlich wollt ich mich auch noch mit Lorena treffen, aber nach einem sooo anstrengenden WE, hab ich mich dann doch lieber in die Hängematte begeben.
Tja und dieses WE war ziemlich ähnlich. Am Samstag hab ich mir mal wieder ein wenig Bundesliga gegönnt, dann kam Jenny zum Kaffee mit Kuchen vorbei und wir sind zusammen nach Niterói gefahren um Annabelle zu besuchen. Sie hat uns auch direkt am Fähranleger abgeholt und wir sind erstmal für unseren geplanten Grillabend einkaufen gegangen. Bei ihr zu Hause angekommen, ging es zur Abkühlung erstmal in den Pool und dann begann das große (fr)Essen. Annabelle wohnt mit Dani zusammen und Dani hat das beste Fleisch überhaupt gekauft. Von ihr waren auch ein paar Freunde da, die aber irgendwie alle nix gegessen haben, also mussten wir den Part gezwungenermaßen übernehmen. Als wir gegen 3 beschlossen haben doch mal langsam schlafen zu gehen, fiel Annabelle ein, dass es ja erst um 2 ist, die Uhr wurde eine Stunde zurückgestellt (jetzt -4 Std. zu Deutschland)...ok dann können wir ja doch noch was trinken...
Der Sonntag war dann ähnlich dem vorigen. Nach dem Aufstehen eine Runde schwimmen, dann hab ich uns zum Frühstück Banane mit Schoki-Füllung gegrillt, gammeln, bei McCafé was trinken, nach Hause fahren, Hängematte.
Oh, ein Highlight gab es natürlich noch... Ich hab am Freitagabend meinen Heimflug gebucht, also bis gaaaanz bald! :-)

Montag, 7. Februar 2011

Praktikum bei Ada Tours - Alltag in Rio

...traurig aber wahr, so langsam holt er mich auch hier ein.

Vom Wochenende gibt es heute nicht so viel zu berichten deswegen werde ich das einfach mal nutzen um ein bisschen über mein Praktikum zu schreiben. Das mach ich bekanntlich bei Ada Tours, einem Reiseunternehmen. Tourismus war nicht wirklich mein Zielgebiet, aber nun steck ich eben drin. :) Das Büro liegt an der Copacabana und wird von Anna, einer Russin, geführt. Dann arbeiten da noch Diana (Armenien), Jessica, Natalia (Brasilien), Markus (Deutschland) und Daniel (Spanien). Das Hauptgeschäft liegt an sich darin, irgendwelche Anfragen von Kunden für Reisen nach Lateinamerika zu bekommen und die zu bearbeiten. Meine Aufgaben haben sich in den ersten Wochen sehr auf Reiseprogramme übersetzen und langweilen beschränkt. Mittlerweile bin ich noch für eine andere Praktikantin („unter mir“), die Lorena (Niederlande), verantwortlich und generell für die kompletten Praktikantenbewerbungen bis hin zum Jobinterview, was echt witzig ist. Die meisten sind einfach schon viel erfahrener als ich. Grad heute war wieder einer da, der schon seinen Master hat und schon viel älter war als ich… Also die Frage-Seite eines Interviews kennenzulernen ist auch mal interessant und um einiges angenehmer. Ansonsten muss ich gerade noch Termine mit potenziellen Kunden auf der ITB, der größten Tourismusmesse in Berlin, ausmachen. Die ist Anfang März und meine Chefin fliegt dort hin, ich hoffe ja immer noch ein klitzekleines bisschen, dass ich da vielleicht mit darf, wenn ich mir bei der Organisation ganz viel Mühe gebe, aber da das auch so eine kleine Ausbeuter-Firma ist, glaub ich da fast nicht mehr dran. Ausbeuter Firma deswegen, weil die Festangestellten 1000 R$ im Monat verdienen, zum Vergleich: ich zahle 550 R$ Miete für mein 4er-Zimmer, und weil Anna immer möglichst viele Praktikanten haben möchte und die bekommen generell nichts. Mir hat sie nach 2 Wochen gesagt, dass ich doch eine Bezahlung bekomme, weil sie so zufrieden ist, aber Jenny hat in ihren drei Monaten dort gar nichts bekommen. Durch die Bezahlung bin ich jetzt in ihren Augen allerdings auch keine Praktikantin mehr. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das gut oder schlecht finde…

Wo wir gerade bei Zimmermiete waren. Hab ich überhaupt schon etwas über meine aktuelle Bleibe erwähnt? Also ich wohn bei Adele (und ihrem Hund Pepita) und sie untervermietet ein Zimmer in ihrer tollen Wohnung. Am Anfang hab ich mir das Zimmer mit Helen und Ceres geteilt. Jetzt ist Helen aus- und Liliana aus Mexiko eingezogen. Mit Ceres, ihrem Freund und noch einem Freund war ich am Freitagabend ein paar Bier in Botafogo trinken. Das war sehr spontan, aber dann auch echt witzig. Samstag hab ichs mir erstmal auf dem Sofa gemuetlich gemacht und auf ESPN Brasil Koeln - Bayern geschaut, was mir anfaenglich auch grosse Freude bereitet hat, aber naja... Danach war ich noch mit Jenny am Strand spazieren. Erst hier in Copa und dann haben wir in Ipanema den Sonnenuntergang mit gefühlten 1000 anderen Menschen angeschaut, haben Tapioka gegessen und sind noch Cocktails trinken gegangen. Dort saßen andere Deutsche am Nebentisch, das war irgendwie total ungewohnt, wo uns doch sonst niemand versteht… Sonntagnachmittag war ich mit Annabelle und Jenny in São Cristovão. Dort gibt es die Feira Nordestina, eine Art riesengroßer Markt mit typischen Sachen aus dem Nordosten. Das war wirklich wie das Betreten einer anderen Welt: an jeder Ecke wurde Musik gespielt, die Leute haben getrunken und getanzt und man wurde einfach von der ganzen Lebensfreude angesteckt. Auch wenn es da auch nicht mein Lieblingsgetränk aus Fortaleza gab, war es ein lustiger Ausflug zum Sonntag.

Nun sind wir schon in Praktikumswoche Nummer 4 und zählen (offiziell) fast nur noch 16… :)

Beijão!

P.S. Es gibt viele neue Fotos bei der Diaschau!