Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Dienstag, 29. März 2011

Ilha Grande - Ausflug ins Paradies

So, heute mal nur kurz zum Wochenende auf der „großen Insel“ – Ilha Grande.

Ilha Grande war früher mal ein Piratennest, dann eine Leprakolonie und bis 1954 das Gefängnis für Brasiliens Schwerverbrecher. Dadurch ist sie auch noch „relativ“ unberührt, aber es ist so ein schönes Fleckchen Erde, dass ich die Befürchtung habe, dass das nicht lange so bleiben wird. Es gibt keine Autos und keinen Lärm, also einfach perfekt für ein Erholungswochenende.

Am Freitagabend bin ich relativ spontan mit Annabelle aufgebrochen. Eigentlich wollten wir uns wieder eine Stadt anschauen, aber nach dem Wochenende in São Paulo und einer doch recht anstrengenden Woche, haben wir uns kurzfristig gegen die City-Tour und für den Natururlaub entschieden.

Gegen 19 Uhr haben wir mit leichter Verspätung die eigentlich 2 stündige Fahrt begonnen um pünktlich um 22 Uhr die letzte Fähre zur Insel zu kriegen. Blöderweise war nur so viel Verkehr, dass wir ewig nicht aus Rio gekommen sind und dann hat der Bus noch sinnlose Umwege genommen und kurz vor 22 Uhr wurde ich doch langsam nervös. Hab mich aber beruhigt, weil die Fährbetreiber ja wissen, dass da noch Busse aus Rio kommen und sicherlich warten. Naja, 10 nach 10 sind wir dann angekommen und uns wurde direkt gesagt, dass die Fähre (6,95 Reais) weg ist und wir aber für 25 Reais ein Privatboot nehmen können. Hmpf… Ich bin immer noch felsenfest davon überzeugt, dass das abgesprochen war. In diesem Land passiert nie etwas pünktlich… Das Privatboot war dann auch alles andere als toll. Wir sind fast 2 Stunden durch die Nacht geschippert, saßen auf unbequemen Holzbänken, wurden von den Abgasen vergiftet und waren müde… Aber gegen 1 sind wir doch noch in unserer Pousada „Cachoeira“ angekommen und die war richtig super. Wir hatten ein richtig tolles Zimmer mit Wohnbereich und Bad unten und dem Schlafzimmer oben, sehr toll.

Samstagmorgen haben wir uns nach einem ordentlichen Frühstück auf eine knapp 7 km Wanderung gemacht. Ich war da ja anfangs ganz positiv gestimmt und hatte mir schon die 12 km Wanderung für Sonntag ausgeguckt, aber als ich dann feststellen musste, dass die Hälfte der Strecke bergauf ging, habe ich meine Meinung ganz schnell geändert. Mit vollem Magen und Flipflops kommt man irgendwie doch nicht so gut vorwärts, wie man denkt. Die erste Pause haben wir nach ca. 4 km am Praia das Palmas gemacht. Dort standen wir auf einmal vor einer kaputten Brücke und mussten uns an einer Felswand abseilen. Nach der kurzen Badepause war es schwer wieder in die Gänge zu kommen, aber das Ziel war eben noch lange nicht erreicht. Unterwegs haben wir zum Glück kaum Menschen getroffen, so konnten wir ganz beruhigt und ohne Stress weiter wandern. Nach mehreren Stunden sind wir dann auch endlich am Praia Lopes Mendes angekommen. Das ist einer der vielen „schönsten“ Strände in Brasilien. Er war auch wirklich traumhaft schön unser einziges Problem war nur, dass dann die Sonne weg war, aber alles halb so schlimm… wir haben sowieso nur geschlafen und um 5 dann das Boot zurück genommen. Nach einer kurzen Erfrischung in der Pousada waren wir im „Biergarten“ essen, haben uns als Dessert noch einen Crêpe am Strand gegönnt und lagen tatsächlich um 9 schon im Bett…jaja frau wird alt. =)

Da wir Samstag dann doch etwas mehr Zeit mit wandern verbracht haben als geplant, haben wir uns für Sonntag nur eine kleine 2 km Runde vorgenommen. Der erste Stopp hierbei war an der „Poção“, einem sehr kalten, aber schönem Naturpool. Vorbei an mehreren tollen Aussichtspunkten ging es weiter zum Aquädukt der Insel und zu den mit Moos überwucherten Ruinen des alten Gefängnisses. Ziel des heutigen Tages: Praia Preta. Dort haben wir dann einfach nur in der Sonne gelegen, gelesen und uns auf einem Felsen im Wasser gesonnt... einfach traumhaft. Doch leider hat jedes Wochenende einen Sonntagabend, den Zeitpunkt um Abschied zu nehmen. Das war noch mal ein wenig aufregend, da es weder Fähr- noch Bustickets im Voraus zu kaufen gab. Wir waren leicht panisch, dass wir weder das eine noch das andere bekommen, aber am Ende hat alles bestens geklappt und gegen 11 war ich wieder zu Hause.

Das war mal wieder eines dieser Wochenenden, an denen einfach nichts hätte besser sein können…

Dienstag, 22. März 2011

São Paulo – Stadt der Superlative

Die größte Stadt der Südhalbkugel, die meisten verschiedenen ethnischen Gruppen, die größte offene Schwulenszene in Lateinamerika, die größte Gemeinde von Menschen japanischer Herkunft außerhalb Japans, Deutschlands größte Industriestadt außerhalb Europas, Brasiliens größtes Wirtschaftszentrum und und und. All das wird São Paulo nachgesagt und mit dementsprechend hohen Erwartungen habe ich mich am Freitag mit Annabelle auf den Weg in die Metropole gemacht.
Da wir ja beide zur arbeitenden Bevölkerung gehören, mussten wir den 17 Uhr Bus nehmen und sind dann gegen 00:00 Uhr am riesigen Hauptbusbahnhof Tietê angekommen. Etwas verloren und desorientiert haben wir uns gegen das Abenteuer Metro fahren und für das, wie sich im Nachhinein herausstellte, noch viel größere Abenteuer Taxi entschieden. Ziel: Brooklin, die Wohnung von Dani, Annabelles Vermieterin, die nun seit Kurzem in Sampa (SPs Spitzname) arbeitet. Anfänglich war auch noch alles toll und der Taxifahrer witzig, bis wir gemerkt haben, dass er absolut keinen Plan hat, wo genau unsere Zielstraße liegt. Er hat sage und schreibe 4 mal angehalten und sich nach dem Weg erkundigt. Das Taxometer stieg in die Höhe und unsere Laune mindestens genauso, aber eher in die entgegengesetzte Richtung. Am Ende kam es noch zu einer kleinen Diskussion, dass man sich doch bitte, wenn man in so einer Stadt den Beruf des Taxifahrers ausübt, ein Navigationssystem zulegen sollte. Aber dann kam der Punkt, dass wir nicht in Deutschland sondern in Brasilien sind und dem gab es dann irgendwie auch nichts mehr entgegen zu setzen.
Samstagmorgen gegen 10, 2 Stunden später als geplant, haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht die große Stadt zu erkunden. Erstes Ziel: die Galeria dos Pães in Jardins, dem grünsten und schicksten Viertel der Stadt. Um unseren Frühstücks-Delikatessenladen zu erreichen, mussten wir auch nur 4 mal die Metro wechseln und haben dann bei Regen das Tageslicht wieder erblickt. Aber jedes Metrowechseln und jeder Tropfen Regen wurde wieder gut gemacht, als wir vor dem tollen Buffett standen. Ok, es war nicht der perfekt, dafür fehlten einfach Nutella, Lachs und Schwarzbrot, aber es war trotzdem ein Traum. Mit überfülltem Magen und aufgetankten Energien haben wir danach ein wenig die Gegend um Jardins erkundigt und ich muss sagen, das war alles gar nicht mehr richtig Brasilien. Die Geschäfte, die Architektur... das hätte auch in jeder anderen europäischen Stadt sein können. Wir waren im Parque do Ibirapuera, dem angeblichen Central Park Sampas, aber für den Titel fehlt noch einiges. Es gab nur wenige Wege und auch nicht wirklich viel zu sehen. Der Spaßfaktor blieb also leider aus, wobei da der Regen auch keine unwesentliche Rolle gespielt hat.
Später sind wir zur berühmten "Avenida Paulista" gegangen. Früher war das der Bezirk der Kaffeebarone und heute ist es eine große Straße wie jede andere auch mit vielen hohen Bürotürmen. Überraschenderweise war es dort sogar richtig leer, wo man doch sonst so viel davon gehört hat, wie voll die Stadt doch immer sein soll... Als wir uns dann in einem Shopping Center umgeschaut haben, ist uns aufgefallen, dass alle so viele tolle Tüten von irgendeiner Austauschmesse hatten. Die wollen wir auch haben! Gesucht, gefunden... eine Messe für Studenten, die im Ausland studieren wollen. Hm...naja, wir sind schon im Ausland, aber es kann ja nie schaden sich mal anzuschauen was so über das eigene Land gesagt wird. Von Deutschland gab es sage und schreibe einen Stand, an dem auch leider nur 2 grimmige Menschen standen, die unseren Spaß irgendwie nicht verstanden haben. Kein Wunder wo die Vorurteile herkommen... Zum Abschluss unserer Tour waren wir dann noch im Edifício Itália, dem mit 46 Etagen höchsten Gebäude des Zentrums, und haben uns São Paulo bei Nacht von oben angeschaut. Da musste ich mir dann auch eingestehen, dass es tatsächlich verdammt groß ist und man kein Ende sehen kann.
Abends sind wir dann noch mit Dani und ihren Arbeitskollegen weggegangen. Erst wollten wir in einen Club und standen auch schon in der Schlange, bis es Dani dann doch zu doof wurde. Also sind wir in eine Art Pizzeria - Club gefahren. Erst gab es lecker Pizza und dann konnte man im anliegendem Club zu erstaunlich guter Elektromusik die Kalorien wieder abzappeln. :) Wir wollten dann allerdings eher nach Hause und haben den Taxis Sampas noch eine Chance gegeben, aber leider wieder nicht erfolgreich. Mein Rat: nie ein Taxi in São Paulo nehmen, wenn dann nur, wenn man selbst die Karte liest.
Sonntagmorgen haben wir ausgeschlafen, sodass wir auch erst relativ spät das Haus verlassen haben. Nachdem wir heute nur 3 mal die Metro wechseln mussten, haben wir den Tag in Liberdade begonnen. Liberdade ist das Viertel in dem die meisten japanischen Menschen außerhalb Japans wohnen. Es gab einen kleinen Markt und zum ersten Mal in der Stadt richtig viele Menschen. Nachdem wir uns bei einem Japaner gestärkt haben, sind wir noch ein wenig durch die Straßen gelaufen, aber das hat so wenig Spaß gemacht, dass wir unsere Lonely Planet geführte Stadttour begonnen haben.
Jeden einzelnen Punkt zu nennen, wird zu viel und zu langweilig, deswegen erwähn ich nur die Spannendsten. Also, Startpunkt: Praca da Sé, das alte Herz der Stadt. Dort war auch die Catedral da Sé, eine riesengroße und sehr schöne Kathedrale. Danach waren wir am Praca Páteo do Colégio, an dem São Paulo 1554 von Jesuiten gegründet wurde. Auf dem Platz kam auf einmal eine Frau mit Kamera auf uns zu und meinte uns ein paar Fragen zum Thema "Liebe" zu stellen. Nichts "lieber" als das... Aber irgendwie hat sie uns nach ein paar Sätzen stehen lassen, also sind wir weiter gegangen. Bis sie uns Cindy-schreiend hinterher gerannt kam und gefragt hat, ob wir nicht 15 Minuten Zeit haben. Eigentlich nicht, aber ok... Also haben wir ganz brav ihre Fragen beantwortet und auf einmal hat sie ihren Anzug ausgezogen, stand in Kleid vor uns, hat einen Regenschirm rausgeholt und angefangen zu tanzen... okay. Wir haben das einfach mal akzeptiert. Nach ein paar weiteren Fragen hat sie ihre Katzenmaske ausgepackt, sich vor die Kamera gehockt und Katze gespielt und dann kam der Lacher. Nach den letzten Fragen meinte sie, dass Filme ja meistens mit einem Kuss enden und ob wir eine "Häsin" küssen würden... ähm...nein. Dann ist sie schreiend weggelaufen und kam auch nicht wieder. Dieses Mal haben wir uns dann auch etwas schneller entfernt und als ich mich kurz umgedreht habe, stand da tatsächlich eine andere Frau als Häsin verkleidet... Annabelle, Turbo! :-) Merkwürdiges Völkchen da.
Nach dieser kurzen Ablenkung waren wir im Finanzzentrum und an der Börse. Dort gab es auch das Gebäude der BANESPA, welches die Antwort auf das Empire State Building sein soll, es sieht auch ein wenig so aus, ist aber lange nicht so hoch.
Später kamen wir auch am Praca da República, dem eigentlichen Ausgangspunkt der Tour, und dem Chafariz dos Piques Brunnen, der früher die ganze Stadt versorgt hat, vorbei. Nach einer kurzen Mc Flurry Pause wurde es auch schon langsam dunkel und Zeit die Tour zu beenden. Ein letztes Highlight war das Theatro Municipal, ein wirklich tolles und sehenswertes Gebäude.
Dann war es allerdings auch an der Zeit zurückzukehren. Dani und ein Freund von ihr haben uns zum Busbahnhof gefahren und pünktlich 22:15 haben wir uns wieder auf den Weg in die Heimat gemacht und Rio hatte uns gegen 4 Uhr morgens wieder.
Alles in allem in SP echt eine sehenswerte Stadt, auch wenn ich anfänglich ein wenig enttäuscht war. Ich glaube in meinen Gedanken war São Paulo immer ein New York mit Palmen, aber das ist es gar nicht. Es gibt hier und dort "Wolkenkratzer" aber die sind eben nicht auf einer Insel konzentriert, sondern verteilt auf einer sehr großen Fläche. Die Stadt war bis auf Liberdade absolut nicht hektisch, sondern eher leer - ein New York ist auch am Wochenende voll gestopft mit Menschen. Im Zentrum waren nur arme Menschen, das war auf der einen Seite gruselig und auf der anderen Seite einfach nur traurig. Das Wetter war beide Tage nicht so gut. Bei nur 20 Grad war es für uns sogar kalt, aber São Paulo ist wirklich sehr vielseitig und das ist richtig spannend. Das Essen ist super, das Nachtleben auch und wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man auch richtig gut shoppen. Also, alles in allem also definitiv einen Besuch wert.
Ich hab jetzt sicher die Hälfte vergessen, aber das wird Annabelle dann als Kommentar ergänzen! :) Achso und Fotos sind leider auch noch auf ihrer Kamera...
Liebe Grüße und bis in 2 Monaten!!!

Dienstag, 15. März 2011

Carnaval no Rio 2011

Post-Karneval-Lebenszeichen! :-) Hey ihr Lieben, ich hoffe euch geht es allen gut und ihr genießt die etwas angenehmeren Temperaturen zu Hause. Ich werd jetzt mal versuchen mich an die Karnevalszeit zu erinnern und ein wenig zu berichten. Also als allererstes regnet es hier seit Karneval nur noch. Und als zweites hat meine Vermieterin während dem Karneval mal eben ein Hostel aus unserer Wohnung gemacht. Einen Abend vorher meinte sie zu mir, dass ein paar ihrer Freunde kommen, aber ihre "Freunde" haben sich dann als bezahlende Gäste entpuppt und die ganze Wohnung besetzt. Ich glaub zu uns 5 kamen zu Höchstzeiten noch so 15 andere Menschen... Am Karnevalsfreitag hab ich mich nach der Arbeit mit Annabelle auf einen ersten Caipi am Strand getroffen. Dann haben wir uns mal ganz dekadent ein Taxi gegönnt und sind nach Lapa, dem Partyviertel, gefahren um Jenny und ihre 2 Freundinnen zu treffen. Nach anfänglichen "ich-geh-wieder-nach-Hause-Gedanken" aufgrund von Nässe wurde dann doch noch ein richtig toller Abend. Gegen 4 war ich dann wieder zu Hause und hab direkt beschlossen einen ruhigen Sonntag zu machen. Der Regen hat mir die Entscheidung auch noch leichter gemacht und somit hab ich einfach einen Gammeltag eingelegt. Abends habe ich mich wieder mit Annabelle getroffen und wir wollten eigentlich spontan doch noch zu einer banda, aber irgendwie haben wir sie nicht gefunden. Eine banda gehört zum sogenannten Straßenkarneval und ist wie ein Umzug mit Trommlern und Sängern in Kostümen. Davon gab es in der närrischen Zeit sicher 100 in der ganzen Stadt. Also wer die kompletten Tage durchfeiern wollte, hätte definitiv die Möglichkeit gehabt. Zurück zum Samstagabend... wir haben die banda nicht gefunden und es hat geregnet...genau: perfekt für Kino. Es können sicher auch nicht viele von sich behaupten an einem Karnevalssamstag in Rio im Kino gewesen zu sein. Wir dachten auch eigentlich, dass wir die einzigen blöden sein werden, aber es war doch relativ voll. Sonntag war das Wetter endlich ein wenig besser, also hab ich Annabelle nach einem kleinen Spaziergang in Ipanema getroffen. Und dann haben wir es auch endlich geschafft zu einer banda zu gehen. Der Umzug war allerdings auch sooo riesig, hätten wir den nicht gefunden wären wir selten doof gewesen. Also ab hinein ins Getümmel und zur Einstimmung erstmal einen gefrorenen Caipirinha. Dieses ganze Prinzip von den bandas ist echt super witzig, aber noch viel witziger wär es sicher, wenn man die Musik, die gespielt wird, kennt und man auch ein wenig mitlallen kann. Irgendwann wurde uns das doch alles zu eng und zu viel und wir haben uns erstmal ein wenig an den Rand gerettet. Dort hat man dann auch überall die "Bitte nicht auf die Straße pinkeln" Schilder gesehen. Das war echt ein Problem, denn generell ist das Motto "Einfach laufen lassen". Über den Geruch, der teilweise über der Stadt schwebte muss ich jetzt wahrscheinlich nichts weiter schreiben. :-) Wir haben an sich auch versucht uns mit Lorena und Jenny zu treffen, aber es war unmöglich, niemand hat uns gefunden. Erst als wir später wieder in Copa am Strand waren, haben wir Lorena und Maartje zufällig getroffen. Maartje ist neu und wird ab April auch Praktikum bei Ada Tours machen.
Ich bin dann gegen 8 zu Florians Wohnung gegangen und hab mich dort mit Alex getroffen. Alex war seit einigen Stunden auf den Beinen und total betrunken, aber er ist dann mit mir zum Sambódromo gefahren um Florian und seine Freundin zu treffen und den Hauptumzug, den man aus allen Medien kennt, zu schauen. Also ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich anfänglich nicht sooo viel Lust darauf hatte, aber da man da ja schon mal gewesen sein sollte bin ich eben mitgegangen. Und das war auch gut so. Also ich weiß nicht wie gut ihr euch alle so damit auskennt, aber dort treten dann eben die Sambaschulen auf und haben 82 Minuten Zeit die Jury zu überzeugen und durch den Sambódromo zu ziehen. Zu einer Schule gehören mit Trommlern und allem drum und dran einige 1000 Menschen und das ergibt echt ein tolles Bild. Bewertet wird dann unter anderem die Rhytmusgruppe, die Choreographie, Kostüme, Thematik und die Festwagen. Jede Schule hat auch immer nur ein Lied, das ist sehr ausländerfreundlich, denn da konnte auch ich irgendwann mitträllern. :-) Am Sonntagabend sind 6 Schulen aufgetreten (bei einer war Gisele Bündchen bei und bei einer anderen Ronaldinho!!) und auf einmal ist die Sonne schon wieder hinter der gegenüber liegenden Tribüne aufgegangen... Die Nacht war richtig super und verging verdammt schnell. Montag war demnach allerdings nicht so viel mit mir los. Jessica, eine Arbeitskollegin, hat mir noch vorm Aufstehen geschrieben, dass es bei ihr Drinks gibt...ähm...ja...nee! Dienstag hatten wir dann langsam genug von den ganzen Menschen in der Stadt und haben uns zum Pizza Rodizio geflüchtet. Als ich wieder kam, war dann auch endlich die Wohnung wieder ruhig und belebbar und der Karneval offiziell vorbei. Mittwochmittag ging es wieder zur Arbeit. Allerdings wurde bis letzten Sonntag noch weitergefeiert. Hier und da gab es immernoch bandas und am Samstag war ich nochmal im Sambódromo zur Parade der Champions. Dort sind dann nochmal die 6 besten Sambaschulen aufgetreten und das war ein super Abschluss. Es ging sogar nur bis morgens um 6...So und nun noch eben die Neuigkeiten der Woche. 1. Ich habe wieder eine neue Mitbewohnerin, die Cristina aus LA, 2. Jenny ist jetzt weg :-( und 3. Markus, mein einziger deutscher Kollege beim Praktikum, hat gekündigt und somit wurde ich gestern offiziell befördert: volle Verantwortung für den deutschen Markt, Gehaltsverdopplung und Kommission...yeah! :-)



Donnerstag, 3. März 2011

Búzios - St. Tropez Brasiliens

So, hier mal wieder ein paar Zeilen, bevor morgen der berühmte und allseits beliebte Rio - Karneval beginnt.

Letztes Wochenende waren wir in Búzios. Wir sind, in dem Fall, Annabelle, Jenny, Lorena und ich. Búzios liegt circa 170 km östlich von Rio, auf einer Halbinsel und wird von 17 tollen Stränden umgeben.
Samstagmorgen zehn vor 8 wurden wir abgeholt und sind 3 Stunden mit dem weniger bequemen Bus gen Osten gefahren. Schon im Bus wurde uns erzählt, dass Búzios bis in die 60er ein kleines Fischerdorf war und es dann von Brigitte Bardot und ihrem brasilianischen Freund entdeckt wurde. Ich weiss nicht warum, aber darauf scheinen alle sehr stolz zu sein, denn das sollten wir im Laufe des Tages noch öfter hören.
In Búzios angekommen hatten wir erstmal ein wenig Zeit uns die Rua das Pedras und ihre vielen kleinen Restaurants, Boutiquen und Bars anzuschauen. Lorena und ich waren ganz entspannt in einem Bikini-Laden als wir auf einmal vor einem traumhaften Panorama standen.
Willkommen im Paradies! :) Das haben wir dann natuerlich erstmal ein wenig genossen. Danach stand eine Bootstour auf dem Plan für die wir uns einfach mal angemeldet haben. Und ohne irgendwelche Erwartungen ging sie los... die Party-Bootstour: Musik an, Sachen aus (bis auf Bikini natürlich) und Caipirinha für alle!
Die Küste um Búzios ist wirklich traumhaft. Es gibt total viele kleinere und versteckte Strände, mit tiefblauem Wasser, die man teilweise nur mit einem Boot erreichen kann. Wer also irgendwann mal Urlaub in Rio machen sollte, dem empfehl ich definitiv zur Erholung vom stressigen Stadtleben ein paar Tage in Búzios einzulegen. Während der ersten Schwimmpause kam da doch tatsächlich ein Eisverkäufer im Kayak zu uns. Den Fakt an sich fand ich viel zu witzig. Er paddelt da den ganzen Tag umher und dabei haben Leute im Wasser ja generell eher selten Geld dabei...
Die letzte Pause war ein wenig länger, also genug Zeit um auf dem Deck in der Sonne ein kleines Mittagsschläfchen zu halten... wieder einmal einer der Momente, in denen man realisiert wie toll das Leben doch eigentlich ist.
Wieder am Festland angekommen und fast vor Hunger sterbend haben wir uns erstmal zu einer Churrasceria begeben und unsere Bedürfnisse an einem All you can eat Buffett gestillt. Und so saßen wir dann während des Sonnenuntergangs, bei gutem Essen am Strand und haben es uns gut gehen lassen.
Búzios wird auch als Brasiliens St. Tropez bezeichnet. Leider war ich noch nicht im Original, aber den gewissen Mittelmeertouch kann man sehr wohl finden. Kopfsteinstraßen, viele kleine Gassen und ein malerisches Ufer...
Gegen 9 waren wir dann wieder zurück im stressigen Copacabana und sind auch direkt in eine riesige Straßenparty hinein geraten. Da standen einfach ein paar Boxen auf der Straße und alle haben sich gefreut, getanzt und gefeiert. Das Prinzip find ich wirklich super und die Lebensfreude, die Brasilianer dort immer ausstrahlen auch, aber wenn man die Musik nicht kennt und dann auch nur zu zweit ist, dann fehlt da irgendwie die Spannung. Aber Karneval kommt, alle haben frei und dann wird das sicher lustig.
Sonntag wollte ich mich eigentlich mal ein wenig um meine Postbrasilien-Zeit kümmern, aber daraus wurde irgendwie auch wieder nichts. Strand mit Lorena, Filme gucken und skypen waren doch irgendwie spannender. Und ich hab zum ersten Mal selbst brasilianisch gekocht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und 2 umher wirbelnden und helfenden Mitbewohnerinnen ist es dann sogar ganz lecker geworden. :)

Am Mittwoch war mal wieder Mädels-Abend. Dieses Mal mit Annabelle, Jenny, 2 Freundinnen von ihr aus Deutschland, Lorena und mir. Da wir festgestellt haben, dass wir uns hier ziemlich gehen lassen, was so unser tägliches Styling angeht, wollten wir uns mal wieder richtig rausputzen und die teuersten Bars der Copacabana auschecken. Begonnen haben wir unseren Abend wie jeden Mittwoch beim Pizza Rodizio, was schon mal gar nicht so gut war, bei der doch recht engen Kleiderwahl, aber egal. Danach waren wir im Othon Palace Hotel. Dort gibt es auf dem Dach, in der 30. Etage eine Bar und der Blick war einfach toll. Leider hat es geregnet, ohne Regen wär es sicher noch besser gewesen. Der nächste Stop sollte das Café del Mar sein, dort war aber gerade ein Konzert und der Eintritt dafür war uns zu teuer. Also sind wir schon direkt zum Highlight des Abends gegangen: Copacabana Palace. Kennt wahrscheinlich niemand von euch, ich kannte es vorher auch nicht, aber es ist wohl das beste Hotel Rios. Also sind wir da mal eben ganz selbstsicher reingestolpert. Die Bar haben wir auch schnell gefunden, aber leider war der Eintritt schon relativ teuer und dann meinte die nette Dame am Empfang auch noch, dass es sich bei dem "heutigen Publikum eher um 50+" handelt. Naja gut, dann kommen wir wohl eher am Wochenende nochmal wieder... Also wo hat der Abend ein Ende gefunden? Na klar, in einer ganz normalen Strandbude. :)

So, morgen beginnt der Karneval... ich bin gespannt!
Närrische Grüße (oder so)!