Am Donnerstag haben Annabelle und ich also die Zeit genutzt und den Lonely Planet Stadtspaziergang im Centro gemacht. Eigentlich sollte man den nur werktags machen, aber wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört geht das nun mal leider nicht. Nach beidseitiger Verspätung haben wir uns irgendwann gefunden und unsere Tour am Praca Floriano getroffen. Dort ist auch das Theater und das Kulturzentrum der Justiz, indem wir uns die aktuellen Ausstellungen angeschaut haben. Leider war trotzdem Feiertag und so ziemlich geschlossen. So auch die Nationalbibliothek. Schade. Die hätt ich mir echt gern von innen angeschaut, aber naja. Die erste Pause haben wir in einem Jugendstilcafe gemacht, die zweite nach einem Spaziergang durch Saara (Foto oben), einem libanesischem Viertel, im Campo de Santana Park. Zum Abschluss haben wir uns noch die Metropolitana Kathedrale und ihre tollen Buntglasfenster angeschaut, bevor wir uns auf den Weg zur Bonde gemacht haben. Die Bonde fährt vom Zentrum nach Santa Teresa und ist die einzig übriggebliebene Straßenbahn in der Stadt. Nach ca. 1,5 stündiger Wartezeit konnten wir dann auch endlich losrattern. Die Fahrt an sich war echt spannend, aber in Santa Teresa gab es dann nicht sonderlich viel zu sehen. Es war ganz niedlich, aber mehr auch nicht.
Freitag wollten wir mal wieder dem Feiertagschaos in Rio entfliehen und uns früh auf den Weg nach Cabo Frio, einem kleineren Strandort, machen, nach leichten Kommunikationsschwierigkeiten und dummen Zufällen konnten wir dann allerdings doch erst um 11 losfahren. Angekommen sind wir gegen 14 Uhr und dann hatten wir noch entspannte 3,5 Stunden bis zur Rückfahrt… Als erstes waren wir im Acai-Paradies. Acai ist eine sorbetartige aus den Acai Beeren. Verdammt lecker und das gibt es im ganzen Land eigentlich an jeder Ecke. Danach sind wir ein Stündchen an den tollen, aber sehr überfüllten Strand gegangen bevor wir uns noch ein bisschen die Stadt angeschaut haben und uns wieder in den Bus gesetzt haben… Abends hieß es dann noch ein letztes Mal in Lapa feiern. Zusammen mit Cristina, Maartje und Jessica war ich in einem Funk Club. Auf jeden Fall interessant wie Brasilianer bei verdammt ordinären Texten so feiern können. Das war mal wieder eine neue Erfahrung, aber ich glaube einmal reicht auch.
Samstag hatte ich meinen letzten gemütlichen Bundesliga Vormittag. Danach bin ich mit Cristie an den Praia Vermelha, meinen Lieblingsstrand in der ganzen Stadt gegangen. Da sind viel weniger Touristen als in Copa oder Ipanema, es gibt kaum Wellen und man hat eine tolle Aussicht auf den Zuckerhut. Wenn man dann da so im Sand sitzt, brasilianische Musik der Nachbarn läuft und man so aufs Meer hinausschaut, kann es einem kaum besser gehen. Später waren wir noch im Shopping Center, aber ohne Geld macht das bekanntlich keinen Spaß. Also haben wir uns einfach einen schönen Abend zu Hause gemacht.
Sonntag hab ich mich dann wieder mit Anna getroffen und wir waren am Forte de Copacabana. Dies galt als eine der wichtigsten Verteidigungsanlagen von Rio, die man sich immer noch im Original anschauen kann und von wo aus man einen tollen Blick auf Copa und die Umgebung hat. Danach sind wir zum Strand nach Barra da Tijuca gefahren, ebenfalls um dem Gedränge zu entfliehen. Als wir angekommen sind, hat sich nur leider der Himmel immer mehr zugezogen und es hat auch nicht lange gedauert und es fing an zu regnen…. So viel zum Thema Strandtag.
Das war dann auch schon mein mehr oder weniger unspektakuläres Ostern. Am Freitag hat meine Vermieterin auch beschlossen auszuziehen, wenn wir alle weg sind, das heißt sie hat schon mal angefangen wahllos und als allererstes Geschirr wegzupacken. Ist klar…hätt ich auch als Erstes gemacht. Cristina ist nun schon am Montag ausgezogen und die Mexikanerin heute. Langsam wird es leer und einsam, allerhöchste Eisenbahn also nach Hause zu kommen. Ich freue mich auf jeden einzelnen von euch!
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