Olá ihr Lieben!

Auf diesem Blog könnt ihr meinen Auslandsaufenthalt in Brasilien hautnah miterleben. Ich bin am 21.07.2010 in Fortaleza angekommen und habe ab August ein Semester an der Universidade Federal do Ceará studiert. Das ist nun seit dem 2. Dezember abgeschlossen.
Nachdem ich im Dezember 3 Wochen lang eine Pause von Brasilien in New York genommen habe, habe ich mich entschieden nach Rio de Janeiro zu gehen. Hier mach ich nun seit Mitte Januar ein Praktikum und lebe und arbeite an der Copacabana. Ich werde versuchen wenigstens wöchentlich ein Lebenszeichen von mir zu
senden, freue mich aber auch ab und an mal etwas von euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und Kommentare posten!
Té mais,
Cindy!


Sonntag, 12. Juni 2011

Foz do Iguaçu

Bevor ich mich endgültig in meinen Abschlussurlaub verabschiede kommen hier eben noch ein paar Zeilen über das letzte Wochenende.

Freitagabend haben Annabelle und ich uns zu unserer ersten gemeinsamen Flugreise am internationalen Flughafen getroffen und sind nach Iguaçu geflogen. Der Fluss Iguaçu ist circa 600km lang und stürzt in Foz in die Tiefe. Es entstehen ungefähr 275 einzelne Wasserfälle, die insgesamt breiter als die Victoria-Fälle und höher als die Niagara-Fälle sind.

Dank Ada Tours, meinem tollen Praktikum dort und den Kontakten, die ich geknüpft habe, war das Wochenende fast kostenlos für mich. Ich konnte uns beiden ein ordentliches Hotelzimmer und zumindest mir ein kostenloses Programm für Samstag organisieren. So wurden wir also am Samstagmorgen nach einem leckeren Frühstück von unserem Guide Wesley abgeholt und zum Vogelpark gefahren. Anfänglich war ich ja schon ein wenig skeptisch… Vogelpark, aber es war echt super interessant und ich habe noch nie so viele bunte und schöne Vögel gesehen. Gegen Ende konnte man (ganz touri-mäßig) auch selbst einen Papageien halten. Meiner hieß „Diva“ und hatte Spaß daran an meinem Armband zu knappern…

Danach sind wir in den Nationalpark Iguaçu gegangen um uns endlich die Wasserfälle anzuschauen. Die Tickets dafür hatte Wesley uns in der Zwischenzeit schon organisiert und vorbei gebracht. Wir konnten also direkt in einen der vielen Doppeldeckerbusse steigen und uns zu dem Trilha das Cataratas (Wasserfallweg) fahren lassen. Und uns wurde tatsächlich nicht zu viel versprochen. Die Fälle sind gigantisch und super schön. An einer Stelle kann man auf einem Steg bis in die Mitte des Flusses laufen, sodass man scheinbar ganz von der Gewalt der stürzenden Wasser umgeben ist. Alle anderen haben sich Regenjacken angezogen und wir waren mutig und haben es auch ohne relativ trocken überstanden. Danach haben wir den Panoramaaufzug genommen, uns die Fälle von oben angeschaut und eine Pause gemacht. Wie wir da so saßen ist mir dann aufgefallen, dass mein Arm voller roter Kratzer war…blöder Papagei. Nach der kurzen Cracker und Erdbeersaft – Stärkung stand die Macuco-Safari auf dem Plan. Der Trip hat mit einer Fahrt durch den Dschungel begonnen, dann gab es eine kleine „Wanderung“ (in unseren Augen eher Spaziergang) und dann kam das Highlight: Speedboot fahren. Wieder haben sich alle umgezogen und gegen Nässe geschützt. Annabelle und ich natürlich nicht. Ganz nach der Devise, dass vorher auch alles gut ging wird uns jetzt sicher auch nichts passieren. Nach dem Hinweis, dass es ganz vorn am meisten Spaß macht, haben wir uns ganz mutig dahin gesetzt und ab ging es. Anfänglich war alles noch spaßig und der Kameramann hatte auch keine Regenschutzsachen an, aber als er sich dann einen kompletten Anzug angezogen hat, wurden auch wir ein wenig stutzig. „So, packt eure Kameras weg, jetzt wird’s nass.“ Und das wurde es auch, und zwar so richtig, aber es war ein Heidenspaß. Durchnässt bis auf die Unterwäsche haben wir uns zum Ausgang begeben und Wesley hat zum Glück schon auf uns gewartet und ist erst einmal eine heiße Schokolade mit uns trinken gefahren.

Im Hotel war dann Zeit für ein kleines Spätmittagspäuschen, bevor wir am Abend für die Rafain – Dinner – Show abgeholt wurden. Das war auch so eine richtig typische Touristen – Abendunterhaltung, die wir wahrscheinlich sonst nie gemacht hätten, aber es war ja kostenlos. Also haben wir uns unzählige Male auf das Buffet gestürzt und uns die lateinamerikanische Unterhaltungsshow angeschaut. Danach wurden wir wieder abgeholt und das war es leider mit dem organisierten Programm.

Für Sonntag mussten wir uns also selbst etwas überlegen und nach langem Hin und Her haben wir uns entschieden mit dem Bus zum Itaipu Staudamm zu fahren. Dort ist das größte Wasserkraftwerk Südamerikas und es gehört zur Hälfte zu Paraguay und zur Hälfte zu Brasilien. Sozusagen haben wir mal eben einen Abstecher nach Paraguay gemacht. Mit einem Bus wurden wir durch das Gelände gefahren und haben mehrere Stops gemacht. Die ganze Anlage ist unvorstellbar groß und wird schon extrem touristisch genutzt. Es gibt verschiedene Touren und abends sogar Lichtershows… Nach unserer üblichen Cracker Pause haben wir uns wieder in den Bus gesetzt und sind zurück in die Stadt gefahren. Vom Busbahnhof mussten wir noch ein wenig laufen und uns ist aufgefallen, dass einfach nichts los war. Wahrscheinlich lag es daran, dass Nebensaison war, aber es gab einfach nichts zu machen, die Straßen waren leer und total viele Restaurants geschlossen. Da unser Rückflug am nächsten Morgen um 6 war, haben wir uns kurzerhand entschlossen schon früh schlafen zu gehen. 19 Uhr hat Annabelle gute Nacht gesagt und gegen 20 Uhr hab ich dann auch das Licht ausgemacht. ^^ So waren wir aber auch am nächsten Morgen ausgeschlafen, konnten erst ins Taxi und dann ins Flugzeug steigen und direkt von der Arbeit zum Praktikum fahren. Ein gelungener letzter Wochenend - Trip!

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